Schön. Böse. – BMW 3.0 CSL

Schön. Böse. – BMW 3.0 CSL


Marktbeobachtung

Nach Pierce Brosnan als James Bond noch so'n Ausrutscher: Seit wann fährt Batman BMW? Dabei sollte das, was die Herren der späteren Abteilung "M" als 3.0 CSL mit einem Spoiler bewehrt hatten, erst der Anfang für kommende GfK- und Plasteorgien werden. Damals war es das Gebot der Stunde: "Ehrodünamig" für Anfänger, sozusagen ...

Ronnie Peterson konnte es einfach nicht fassen: Er hatte seinen BMW 3.0 CSL doch nur kurz bei Tempo 250 die Sporen gegeben, und die Reifen drehten immer noch durch. Das schwedische Rennfahrer-Ass ging ziemlich verdattert in die Box, hatte aber nicht den Serien-CSL unter dem Hintern kleben, sondern die "scharfgemachte" Version für Rennsportler: 440 PS, 3.5 Liter-Maschine, von Null auf Hundert in 4 Sekunden, V-Max > 270. 

Normalsterbliche Kunden (die Armen!) mussten sich mit 3003 ccm Hubraum, 200 PS und der Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h begnügen. Ja, die Zeiten waren schlecht.

Zu Homologationszwecken gebaut, erreichte der 3.0 CSL mit D-Jetronic-Einspritzung eine Gesamtstückzahl von gerade einmal 939 Exemplaren. Es gab den CSL ohne Teppiche und Dämm-Schnickschnack, gehockt wurde wie die Wurst in der Pelle in Schalensitzen, dünn wie Chio-Chips, und die hinteren Scheiben hatte man rausgetreten und gegen grün getöntes Plexiglas getauscht. So wurden die CSL gegenüber dem Serienbruder CSI um 150 bis 200 Kilo leichter und fuhren selbst dann noch Siege ein, als längst die ersten Sechser-Coupés der Baureihe E 24 ihre Runden drehten. 

Der CSL wurde schnell zum begehrten Auto, was aber auch zur Verfettung des guten Stücks führte: Von der Servolenkung bis hin zu elektrischen Fensterhebern konnte so ziemlich alles bestellt werden, was den Besitzer glücklicher – oder geltungsbewusster – machte. Das waren die, die heute in Pseudo-Steve-McQueen-Gulf-Jacken herumliefen.

Der CSL raste mit herrlich ungekünstelter Leckmich!-Attitüde durch die Energiekrise, den brachialen Heckflügel (daher der Vergleich mit dem Fledermausmann aus Amiland) lieferte BMW im Kofferraum liegend aus, war er doch ein rotes Tuch für die TÜV-Gutachter. Und eigentlich hatte auch gar nicht BMW den CSL unter seinen Fittichen, sondern deren spätere Ausgründung "M": Die BMW Motorsport GmbH. Somit darf der CSL getrost als erstes Erzeugnis dieser kleinen Edelschmiede gelten.

57.500 Euro kostet das von uns gefangene Exemplar mit den nach unten gerichteten bösen Augen, die die Straße buchstäblich auffressen wie Russisch Brot von Bahlsen. Nicht zu viel Geld für eine solch leckere Zwischenmahlzeit.

Das Angebot finden Sie hier.