Schleusen auf für den Käfer

Schleusen auf für den Käfer


Schlau werden mit Carsablanca

Das Jahr 1955 bescherte der US-Autoindustrie Rekordumsätze: Der Jahresausstoß stieg auf unglaubliche 7,9 Millionen Autos. Doch dem Rausch folgte der Kater, im Folgejahr kollabierte der übersättigte Markt.

Die Mehrverkäufe von 1955 fehlten dem Markt 1956: Zwei Millionen Einheiten weniger! Die Autoindustrie kam aus dem Takt, entließ Arbeitskräfte, stornierte Aufträge – und löste eine Kettenreaktion aus, die sich zu einer Rezession in der US-Wirtschaft auswuchs.

Vorübergehend herrschte Klammheit, die Kundschaft hatte weniger Geld und interessierte sich erstmals für kleine, sparsame Autos. Sowas aber hatte die US-Autoindustrie so gut wie gar nicht zu bieten. Dafür aber ausländische Hersteller! Importe hatten 1955 einen Anteil von einem knappen Prozent der Verkäufe in den USA ausgemacht – und jetzt entdeckte die sparwillige Käuferschaft solch wundersame Dinge wie den Volkswagen. Die Wirtschaft erholte sich schnell, doch die Tore nach Übersee waren aufgestoßen. Der Käfer, das erste Importwunder, stieg ab 1957 wahrlich kometenhaft zum wichtigsten Importauto der Sechziger auf.

Autor: Till Schauen

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