Saab 94: Sonnet I Super Sport

Saab 94: Sonnet I Super Sport

Bekannt geworden unter der inoffiziellen Bezeichnung Saab 94, ist der Sonett Super Sport ein auffälliger zweisitziger Sportwagen, der zunächst für den Motorsport gedacht war.

Der Saab Sonnet wurde konzipiert und entwickelt, um den Bekanntheitsgrad des Newcomers Saab in der Automobilwelt via internationalem Motorsport zu erhöhen. Die Bezeichnung „Sonett“ hat nichts mit der gleichnamigen Liedform zu tun, sondern bezeichnet im Schwedischen (wie im Deutschen) etwas, das „echt nett“ ist. Nur sechs Exemplare werden davon gebaut.

Das nur 70 kg wiegende Chassis des Sonett ist das Ergebnis der eleganten Konstruktionstechniken, wie sie für den Bau eines Flugzeugrumpfes verwendet werden. Mit der tiefliegenden Karosserie gehen die Designer ebenfalls neue Wege. Auf der Basis eines maßstäblich verkleinerte Modells des Saab Designers Sixten Sason wird sie aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) hergestellt, einem damals noch völlig neuen Werkstoff.

Das Triebwerk des Sonett ist genau so unkonventionell. Es handelt sich um eine umfassend modifizierte Weiterentwicklung des Dreizylinder-Zweitaktmotors mit 748 cm³ Hubraum, wie er in der Saab 93 Limousine zum Einsatz kommt. Um die Gewichtsverteilung zu optimieren, werden der längs eingebaute Motor und das Getriebe um 180° gedreht. Diese Art des Einbaus behält den Vorderradantrieb bei, macht aber aus dem Sonett I ein Fahrzeug mit Front-Mittelmotor-Konfiguration, wobei das Gewicht des kompletten Antriebstrangs innerhalb des Achsabstandes verteilt ist. 

Saab 94: Sonnet I Super Sport

Eine Höchstleistung von 57,5 PS ist für den Motorsport ein bescheidener Wert, aber mit einem Gesamtgewicht von nur 500 kg verfügen die Sonett Super Sports über ein gutes Leistungsgewicht von mehr als 100 PS pro Tonne. Das Aluminium-Chassis verleiht dem Sonett zudem Handlingeigenschaften, die gegenüber PS-starken Boliden durchaus Vorteile bieten.

Der erste Prototyp ist auf der Stockholm Motor Show im Februar 1956 eine Sensation. Unmittelbar darauf beginnt ein umfangreiches Testprogramm. Um die Entwicklungsarbeiten zu beschleunigen, werden weitere fünf Sonett mit Stahl-Monocoque gebaut. Bevor jedoch ein Racing-Programm richtig Fahrt aufnehmen kann, muss Saab aufgrund eines geänderten Motorsport-Reglements seine Pläne ändern und versucht nun sein Glück im internationalen Rallye-Zirkus.

Alle sechs in den Jahren 1956/57 gebauten Fahrzeuge existieren noch und sind in fahrbereitem Zustand. Wenn der erste Sonett nicht seine Runden auf Oldtimertreffen dreht, ist er im Saab Car Museum in Trollhättan gemeinsam mit einem weiteren Exemplar zu bewundern. Die anderen vier Modelle befinden sich in Privatbesitz. 

Saab Sonnet II und III

Fotos/Quelle: Saab Automotive AB