Vorstellung: Renault 18 4 x 4 (1978–1986)

Vorstellung: Renault 18 4 x 4 (1978–1986)

Ja, es gab ihn sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern Mitteleuropas zu kaufen, aber heute ist der Renault 18 Break dort wohl gänzlich ausgestorben. Doch in den Alpenländern scheinen einige überlebt zu haben, sogar in der seltenen Allrad-Version.

Der Renault in Tirol

Anton Baier fährt die Baureihe 18 des französischen Staatsbetriebs seit mehr als 15 Jahren aus Überzeugung. Als Baier seinen ersten Allrad-Renault Anfang der neunziger Jahre kaufte, war das eine reine Vernunftentscheidung für einen praktischen Gebrauchtwagen: Platz, ausgereifte Technik und einen Allradantrieb aus dem Hause Renault – also genau das Richtige für den Haustechniker, der im gebirgigen Tirol zu Hause ist. Dabei bot Renault mit dem allradgetriebenen 18 Break ein nahezu konkurrenzloses Konzept in seiner Klasse an; allenfalls Toyota hatte mit dem Tercel 4wd etwas Vergleichbares im Programm. Wir sind Helden: Renault 18 Break 4X4

Haltbarer Untersatz

„Im Laufe der Jahre hat sich mein Allrad-Kombi dann als überaus zäh erwiesen“, ist der Tiroler immer noch ein bisschen erstaunt. Denn der französische Kombi mit den zusätzlich angetriebenen Hinterrädern wurde bei Anton Baier nicht geschont, musste sich auch im Winter durch Schnee und Eis den Weg bahnen, und davon gibt es in den Tiroler Alpen reichlich.  Baier begann bereits frühzeitig, Ersatzteile zu horten, wo immer sie ihm für kleines Geld unter die Finger kamen. Das sollte sich später für ihn auszahlen, denn so gelang es ihm, seinen ersten Renault 18 4x4 ein Vierteljahrhundert über die Runden zu bringen. Nach rund 360.000 Kilometern, die er unter anderem auf Ferntouren bis Nordafrika angesammelt hatte, war der rote Kombi am Ende seines Weges angelangt: Der Gilb hatte ihn letzten Endes matt gesetzt, denn in den Alpen gibt es im Winter nicht nur viel Schnee, sondern auch– als logische Folge davon – jede Menge Salz auf den Straßen. Wir sind Helden: Renault 18 Break 4X4

Ersatz steht schon parat

Doch Anton Baier hatte vorgesorgt. Als ihm 1999 ein baugleicher Renault 18 4X4  in weiß angeboten wurde, griff er zu. „Den Wagen habe ich von einem Renault-Mechaniker erworben und direkt in einer Garage eingelagert. Als sich im Frühsommer 2008 abzeichnete, dass mein roter Kombi den österreichischen TÜV nicht mehr schaffen würde, habe ich den Neuen heraus geholt und in dreimonatiger Feierabend-Arbeit in Ruhe flott gemacht.“ Dabei ging Anton Baier gründlich vor. Er tauschte nicht nur sämtliche Betriebsflüssigkeiten sowie Batterie und Reifen, sondern spendierte seinem künftigen Alltagsauto auch Additive für Motor- und Getriebeöl und – auf Verdacht – eine neue Kupplung. Die vorderen Radlager und die Antriebswellen tauschte der Tiroler ebenfalls, „Hinten war das nicht nötig, beim Vorgänger hatten sich diese Teile als unverwüstlich erwiesen.“ Wir sind Helden: Renault 18 Break 4X4

Vorbereitung für den Einsatz

Die Fensterheber vorn und hinten funktionieren bei dem silbernen Kombi nun auf Knopfdruck. Einen neuen Unterbodenschutz und eine Hohlraumversiegelung sieht Baier als sinnvolle Investition in die Zukunft, ebenso wie die Spritzlappen zum Schutz der Kotflügel-Endspitzen. Die Dachreling dient vorrangig der Optik, ebenso wie die dunkle Fensterfolie im Heckbereich, eine Höherlegung des Fahrwerks um 30 Millimeter sorgt für bessere Geländetauglichkeit. Dass es sich dabei nicht um eine Spielerei zugunsten einer martialischen Optik handelt, bewies Anton Baier im Sommerurlaub, der ihn und seinen Allradkombi bis nach Marokko führte. Auf eigener Achse, versteht sich: „Rund 15.000 Kilometer waren das insgesamt, die wir ohne Probleme abgespult haben – und das bei den dortigen Straßenverhältnissen, das ist schon was,“ bemerkt der Mann aus dem österreichischen Tulfes stolz. „Ein Franzose, der uns dort mit seinem Jeep begegnete, hielt extra an, um mich zu meinem ‚nice Renault’ zu beglückwünschen“, erinnert sich Anton Baier. Wir sind Helden: Renault 18 Break 4X4

Eine Verbindung mit Zukunft...

Einheimische wollten dem Mittvierziger seinen Allradler mehrfach abhandeln, mal gegen Bares, mal im Tausch gegen Kamele, doch der Wagen, in dem er auf der ebenen Ladefläche bei umgelegter Rückbank ausgestreckt schlafen kann, ist Anton Baier nicht feil. „Ich hoffe, dass ich damit noch mindestens zehn Jahre fahren kann“, zeigt er sich optimistisch. „Da ich im Sommer inzwischen hauptsächlich Fahrrad oder Motorrad fahre, kommen im Alltag nur noch um die 5.000 Kilometer pro Jahr zusammen. Die meisten Kilometer macht er im Urlaub, wenn es zum Beispiel nach Andalusien oder Süditalien geht – oder eben nach Nordafrika. Aber der Vorgänger hat ja auch lange gehalten – und der war nicht mal hohlraumversiegelt.“ Wir sind Helden: Renault 18 Break 4X4

Na denn – weiterhin gute Fahrt!

Autor: Michael Grote

Diese Heldengeschichte über den Renault 18 break 4x4 entstand mit freundlicher Unterstützung des Carsablanca-Mitglieds tonel

Mehr Informationen zum Renault 18 4X4

Fotos von Renault 18

Renault 18 im Carsablanca-Lexikon

Wir sind Helden: Renault 18 Break 4X4

Weitere Wir-sind-Helden Artikel finden sie hier