Vorstellung: Plymouth Satellite (1973)

Vorstellung: Plymouth Satellite (1973)

Ein ’73er Plymouth vom Straßenrand soll Frank in den USA für die paar meilen zur Arbeit reichen. Doch dann packt den deutschen Ingenieur die Begeisterung für den Satellite: Er macht aus dem lahmen Esel ein Rennpferd, ballert damit in 30 Stunden nonstop nach Sin City und gewinnt bei Mopars at the Strip einen ersten Platz. Jetzt ist er mit seiner „Mean Machine“ in Deutschland…

Die Geschichte von Frank und seinem 6,6 Liter Plymouth '73 ist irgendwie unüblich. Denn seine Leidenschaft fürs Alteisen aus Detroit beginnt nicht mit Matchbox-Rennen im Sandkasten oder jugendlicher Duke Of Hazzard-Verehrung. Stattdessen sagt der Ingenieur: „Ich war zwar schon immer ein Fan von allem was Räder hat und alt ist, hatte aber kein besonderes Interesse an den amerikanischen Boliden.“ Doch das ändert sich gewaltig, als er 1996 zunächst für sechs Monate sein Büro im neu errichteten Mercedes-Werk Vance bei Tuscaloosa bezieht und schnell klar ist, dass er dann doch für mindestens drei Jahre in den USA bleiben wird. „Da brauchte ich natürlich einen fahrbaren Untersatz und es sollte natürlich etwas cooles, altes sein“, sagt der Ingenieur heute.

73er Plymouth Satellite

Foto: Volker Rost

Durch Zufall findet er 1997 den 73er Satellite am Straßenrand stehen, verziert mit einem großen „For Sale“-Schild. Der Preis scheint okay, das Blech sieht noch recht gut aus, er kauft den in die Jahre gekommenen Plymouth. Erst dann erkennt er, was sich unter der Karosserie verbirgt: „Die Technik“, sagt Frank, „war doch schon ganz schön ausgenudelt.“ Der originale 318 cui-Small Block ist zu dieser Zeit nur noch schwach auf der Brust, Öldruck im Standgas nicht vorhanden. Fahrwerk, Lenkung und Bremsen sind zwar da, aber haben den Zenit ihrer Leistungsfähigkeit längst überschritten.

Der Deutsche macht sich sofort daran, das Nötigste zu reparieren, um mit dem Wagen zur Arbeit zu kommen und am Wochenende mal einen Ausflug zu machen. Sicher und zuverlässig soll die Karre sein, höhere Ansprüche hat Frank nicht. Erst einmal, bis 2001. Dann entscheidet er sich, dem Wagen doch ein bisschen auf die Sprünge zu helfen und plant, einen stärkeren Motor einzubauen, das Fahrverhalten zu verbessern und einige kleinere kosmetische Arbeiten vorzunehmen. Doch wie so oft bei solchen Projekten, wird auch dieses zu einer Vollrestauration.

73er Plymouth Satellite

Foto: Volker Rost

Da der Satellite original mit der schwachen 8,25 Zoll-Hinterachse ausgestattet ist, wird sie durch eine stärkere 8,75 Zoll-Achse ersetzt, ein neues Differential mit 3,55:1 Endübersetzung mit Sperre wird eingebaut. Das kleine TF904-Getriebe tauscht der damalige Mercedes-Mann gegen den größeren Bruder aus der Chrysler-Familie, das TF727, aus. Frank hat das Getriebe auf einem Junkyard in Georgia gefunden und es vor dem Einbau komplett überholt. Als Antriebseinheit wählt der Deutsche einen neuen Mopar-Performance-Austausch-Motor mit 360 cui und 300 PS Nennleistung, erneuert im Zuge der Restauration gleich die komplette Elektrik, überholt die Klimaanlage und stellt sie auf R134a-Kühlmittel um. Nach etwa sieben Monaten intensivstem Schrauben ist es schließlich so weit. Der Satellite ist wieder fahrbereit. Frank entscheidet sich, dass nur ein Name für das Ungetüm im Unschuldskleid in Frage kommt: „The MeanMachine“.

Noch mehr Infos zum '73er Plymouth von Frank gibt es im Motor Maniacs Magazin.


Weitere Informationen zum 73er Plymouth Satellite:

Fotos: Volker Rost
Text: Boris Glatthaar