Peugeot 403 Break

Peugeot 403 Break


Marktbeobachtung

Er ist aus den Cartoons der 1960er Jahre ebenso wenig wegzudenken wie aus dem afrikanischen Straßenalltag 2008 oder einer Folge von "Columbo" von 1979: Der Peugeot 403. Man muss jedoch nicht auf dem Dachboden in alten Comics stöbern oder den nächsten Flug nach Casablanca buchen, um einem Exemplar zu begegnen – der Marktplatz im Internet ist so feinmaschig, dass sich sogar ein seltenener 403 Break darin verfängt.

Da surfst Du entspannt vor Dich hinsummend durchs Netz, und dann sowas: Peugeot 403, in der seltenen Kombiversion namens Break! Für einen Augenblick hält Dein Atem inne, die Tonlage ändert sich und plötzlich hörst Du Dich die Titelmelodie von "Columbo" intonieren. Du spürst förmlich den zerknautschten Trenchcoat auf Deinem Körper, fährst Dir mit dem Daumen über die rechte Augenbraue und krächzt mit geneigtem Kopf ein "Ohh.. eine Frage noch, Sir!" in Dein Laptop, auf dem das 403-Verkaufsangebot flimmert.

Na schön. Sie haben mich erwischt: Columbo alias Peter Falk fuhr den 403 als Cabriolet. Aber in der identischen Farbgebung wie der des inserierten 403 Break – "die" klassische 403-Farbe schlechthin, ein helles taubenblaugrau.

Peugeots der 50er Jahre sind einfach nicht tot zu kriegen. Schon Ende der 70er hatte man um Columbo's Exemplar Angst, aber es hielt die gesamte Serie hindurch. Richtig frisch und neu erschien der 403 nur in Filmen mit Jean Gabin oder in den Abenteuern von Tim und Struppi. In der Realität waren die französischen Exemplare alsbald vom laissez-faire ihrer Besitzer gezeichnet – aber man täusche sich nicht: Unter mattem Lack und in diversen trockenen Scheunen ihrer Besitzer überlebte so mancher 403, einer davon unser aktuell zum Verkauf angebotenes Exemplar.

Dieser 403 Break scheint authentisch zu sein: Dellen und Schrammen, blinder Chrom, angeknabberter Radlauf, etwas Wellaform an der Hecktürkante – aber das Auto ist komplett und fahrbereit, der französische TÜV (ja, sowas Ähnliches gibt's da seit einigen Jahren auch) gültig bis Juni 2009. Denjenigen, die keinen Zweitwohnsitz in Frankreich unterhalten, sei der ehrliche Satz des Verkäufers ans Herz gelegt, wonach für eine Zulassung in Deutschland Schweißarbeiten erforderlich seien. Doch auch hier ist die relativ simple Konstruktion des 403 ein dankbares Gebilde; auszuführende Arbeiten geraten meist, so die Fahrzeuge nicht 20 Jahre lang an der Kaimauer von Nizza geparkt waren, überschaubar.

3.300 Euro stehen auf dem Preisschild des 403 Break. Optisch etwas weniger mitgenommene Exemplare gibt es für rund 3.000 Euro mehr – wer also Wert auf unberührte Stoßstangen und beinahe neuwertige Polster legt, ist hier falsch am Platz. Wer aber bereits im Geiste die Hecktür geöffnet und problemlos das Urlaubsgepäck plus die 50 Magnumflaschen Schampus für die Freunde daheim verstaut hat, sich der Zeiten erinnert, in denen man selbst mit seinen drei Geschwistern bequem auf der hinteren Bank Platz fand (weil Gurte und Kindersitze noch nicht einengten ...), der sollte sich diesen 403 Break persönlich anschauen – und vor dem Handeln soviel wie möglich über ihn in Erfahrung bringen: "Eine Frage noch, Monsieur ..."