Nash-Healey Le Mans Coupé

Nash-Healey Le Mans Coupé


Marktbeobachtung

Wasser hat bekanntlich keine Balken, bildet aber manchmal das Fundament für handfeste Geschäftsverbindungen. So geschehen mitten auf dem Atlantik an Bord der "Queen Elizabeth".

Männerfreundschaften und herausragende Automobile besitzen oft den gleichen Entstehungsort: die Bar. Nur selten jedoch fallen diese bedeutenden Ereignisse auch zeitlich zusammen, wie im Falle von Donald Healey und George Mason. Die schwankenden Bewegungen der beiden rührten jedoch nicht nur von den gemeinsam eingenommenen Cocktails her: In einer Zeit, in der wahre Gentlemen noch per Ozeanliner den Atlantik überquerten, trafen der britische Sportwagendesigner und -bauer und der Präsident der Nash-Fahrzeuggruppe an Bord der legendären "Queen Elizabeth" aufeinander.

Auf der Chicago Motor Show 1951 debütierte der Nash Healey Le Mans Roadster im zivilien Blechkleid. Mason mochte ihn formal nicht wirklich, die Presse jedoch beeindruckte der Wagen mit seiner Kraft, den guten Fahreigenschaften sowie den serienmäßigen Goodies wie Lederpolsterung, vertstellbarem Lenkrad und Overdrive. Es gab nur zwei Farben: Sunset Maroon und Champagne Ivory. 104 Roadster wurden verkauft. Zu wenig für Donald Healey.

Er überzeugte Mason von der Beauftragung Pinin Farinas, der kurz zuvor bereits die Nash-Modelle Ambassador und Statesman gezeichnet hatte. Und siehe da: Der Italiener überzog die Healey-Basis sowohl mit einer neuen Roadster- als nunmehr auch mit einer Coupélinie mit schwellenden Kotflügeln, innenliegenden Rundscheinwerfern und einem muskulösen Touring-Heck. Dazu erhöhte nochmals verfeinertes Leder die Reize der Wagen. Das Coupé wurde aufgrund seines hohen Fertigungsanspruchs zu einem der exquisitesten und teuersten Automobile der frühen 1950er Jahre – und zum wohl formvollendetsten Sargnagel von Nash.

Wie viele Le Mans Coupés überlebt haben, ist völlig unerforscht. Ein Vertreter dieser seltenen Spezies steht aktuell zum Verkauf – laut Anbieter "restauriert durch einen Enthusiasten der Marke, ohne Rücksicht auf Kosten und Mühe". Das klingt schon wieder wie damals, als noch Healey und Mason am Ruder waren. Doch anders als seinerzeit wird aus dem Preis ein kleines Geheimnis gemacht: Gern teile man die Kaufsumme dem Interessenten persönlich mit.

Fest steht: Wer ein wirklich außergewöhnliches Auto sucht, der kann sich die üblichen Verdächtigen vom Schlage des ewigen Jaguar XK getrost einmal aus dem Kopf schlagen – und sollte sich, das Bild des Le Mans vor Augen, in aller Ruhe einen Drink an der Bar genehmigen, ganz im Geist der Gründerväter. Sollte man zudem noch gerade in Long Beach weilen, tut man das Ganze am besten an Bord der "Queen Mary", dem Schwesterschiff der 1971 gesunkenen "Elizabeth". Nur ins Wanken geraten sollte man dieses Mal nicht.

Das Angebot finden Sie hier.