Mitsubishi Galant – Waffelbruch aus Nippon

Mitsubishi Galant – Waffelbruch aus Nippon


Marktbeobachtung

Ein etwas altbackene Reiswaffel, garantiert geschmacksfrei – so fuhr einem der Mitsubishi Galant der späten 1970er Jahre entgegen. Auf dem Komposthaufen der Automobilgeschichte verrottet, existiert heute nur noch eine Handvoll in Deutschland.

Hoppla, hier rollt uns etwas aus der Rubrik „Wiedergesehen – Neu gesehen“ aus dem charmanten Garagenhof der Neunzehnhundertmittsiebziger Jahre entgegen: Gestatten, Galant. Mitsubishi Galant.

Die japanische Geheimwaffe mit Flausch-Appeal, direkt von Tokio aus auf das Herz deutscher Bürgerlichkeit gerichtet. Quasi ein plüschendes Interkontinentalgeschoss, stilistisch einer der wenigen wirklich eigenständigen Entwürfe aus Nippon.

Man hört das Hartplastik förmlich knarzen, das Blinkrelais wie eine Schwarzwälder Uhr tacken und in unseren Geruchssinn wabert für einen flüchtigen Augenblick die Illusion von ungefähr 83 unterschiedlichen Kunststoffen, die sich zu einem post-psychedelischen Atmungserlebnis vereinigen.

2.900 Euro sind ein ordentlicher Preis für den stratosblauen Mittelklasse-Diamanten, dessen Heck irgendwie an eine halb ausgedrückte Zahnpastatube erinnert, aber gleichzeitig schon wieder Charme besitzt. Einer von angeblich nur noch drei in Deutschland gemeldeten Mitsubishi Galant, und dann noch aus pensionierter Lehrerhand– da heißt es wohl: zugreifen. Oder die Schulregister nach kürzlich in den Ruhestand versetzten Pädagogen durchzublättern. Setzen, Eins!

Autor: Knut Simon