Mercedes-Benz Unimog: Der John Wayne unter den Nutzfahrzeugen

Mercedes-Benz Unimog: Der John Wayne unter den Nutzfahrzeugen

Vor 60 Jahren, am 3. Juni 1951, lief in Gaggenau der erste Mercedes-Benz Unimog vom Band. Mit extremer Geländegängigkeit und akzeptablen Fahreigenschaften auf der Straße war ein einzigartiges Fahrzeugkonzept entstanden, das dem Unimog in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten den Status einer Automobillegende verschaffte.

Es gibt eine ganze Reihe automobiler Legenden, doch die meisten von ihnen bedeckt längst der Staub der Geschichte. Anders beim Mercedes-Benz Unimog: Geboren in harten Zeiten unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs, zählt der unverwüstliche Unimog längst zu den lebenden Legenden des Automobilbaus. Gedacht als landwirtschaftliches Fahrzeug, soll er sich jedoch ganz erheblich von klassischen Traktoren unterscheiden.

Die ersten Zeichnungen des Mercedes Benz Unimog entstehen im Herbst 1945 und zeigen ein „Motorgetriebenes Universalgerät für die Landwirtschaft“, die Bezeichnung Unimog gibt es noch nicht. Allradantrieb und vier gleich große Räder kennzeichnen das schlichte Fahrzeug, das mit 25 PS als Schlepper bzw. landwirtschaftliches Gerät gedacht ist. Ursprünglich begann die Serienproduktion schon 1948 beim Maschinenbauunternehmer Gebrüder Boehringer in Göppingen. Bis Sommer 1950 fertigt Boehringer rund 600 Unimog, den als Markenzeichen ein stilisierter Ochsenkopf mit Hörnern in Form eines „U“ ziert. Im Herbst 1950 übernimmt Daimler-Benz das Projekt. Ab 1953 trägt der Unimog dann den Mercedes-Stern.

Mercedes-Benz Unimog 407

Da die Anforderungen wachsen und immer vielfältiger werden, ergänzt Daimler-Benz ab 1963 den Unimog durch eine größere Baureihe mit der Codebezeichnung 406. 1972 nimmt Daimler-Benz die Ur-Idee des landwirtschaftlichen Fahrzeugs wieder auf, zum Unimog gesellt sich für viele Jahre der Ackerschlepper MB-trac. Schon zwei Jahre später rollen die ersten Exemplare der Baureihe 425 vom Band. Unter dieser Bezeichnung gibt es nun schwere für besonders hohe Ansprüche, speziell als Zugmaschine.

Ab 1985 erneuert Daimler-Benz in mehreren Schritten das gesamte Unimog-Programm. Wenige Jahre später reicht es bis zu großen Unimog U 2450 L 6x6, einem Dreiachser mit der stolzen Motorleistung von 177 kW (240 PS).

Über viele Jahrzehnte hat sich der Unimog längst als hart arbeitender Alleskönner in aller Welt bewährt. Was bis heute erhalten blieb ist das Grundkonzept: Vielseitigkeit für Einsätze fast aller Art, Geländetauglichkeit durch Allradantrieb, Portalachsen und Differenzialsperren vorne wie hinten, ein kompaktes Fahrerhaus, Robustheit und die Möglichkeit zur Montage einer Vielzahl von Anbaugeräten. 

Fotos & Quelle Daimler AG / Auto-Medienportal