Mercedes-Benz Oldtimer: 190 SL

Mercedes-Benz Oldtimer: 190 SL

Der Mercedes-Benz 190 SL (Baureihe W 121) wurde von 1955 bis 1963 25.881 mal hergestellt. Der zweisitzige Roadster (wahlweise auch mit Coupédach erhältlich) ist der kleine Bruder des Supersportwagen 300 SL. Im Gegensatz zum Typ 300 SL ist er aber nicht als reinrassiger Sportwagen, sondern als sportlich-elegantes Reise- und Gebrauchsauto konzipiert.

Der Mercedes-Benz Typ 190 SL ist technisch verwandt mit den „Ponton“-Limousinen (Baureihe w120/121) und war in drei Versionen erhältlich. Als Wagen mit Stoffverdeck (Preis Februar 1955: 16 500 DM) sowie als Coupé mit abnehmbarem Hardtop, wahlweise mit oder ohne Stoffverdeck (Preis September 1955: 17 650 DM/17 100 DM). Zum Vergleich: Der Typ 300 SL kostet im Jahr 1954 29 000 DM, und die Limousine vom Typ 180 steht 1954/55 mit 9450 DM in der Preisliste. Auf Wunsch kann im Fond ein dritter Sitz quer zur Fahrtrichtung untergebracht werden.

Mercedes 190 SL in der Fachpresse

Die Fachpresse lobte den Typ 190 SL unter anderem für seine sicheren Fahreigenschaften. Dafür sorgt unter anderem die bereits vom Typ 220a bekannte Eingelenk-Pendelachse mit tief gelegtem Drehpunkt. Die Vorderradaufhängung einschließlich des Fahrschemel-Konzepts hat man vom Typ 180 übernommen, von dem auch die Bodengruppe stammt, die freilich verkürzt ist.

Motor Mercedes 190 SL

Neu entwickelt ist der 1,9-Liter-Ottomotor mit der Nummer M 121 B II. Das Vierzylinder-Aggregat hat eine oben liegende Nockenwelle und gilt als Urvater einer ganzen Motorenfamilie. Im Mercedes-Benz 190 SL leistet es 77 kW (~105 PS) bei 5700/min und beschleunigt das Fahrzeug in der Variante mit Stoffdach in 14,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt respektable 170 km/h – damit gehört man auf den Straßen der 1950er und 1960er Jahre zu den Schnellsten. Der Benzinverbrauch wird mit recht moderaten 8,6 Litern angegeben, der 65-Liter-Tank sorgt für eine angemessene Reichweite.

Detailverbesserungen 190 SL - 1955-1963

Während seiner Produktionszeit erfährt der Typ 190 SL zahlreiche Detailverbesserungen. Deutlich erkennbar sind die breiten Chromleisten am oberen Türabschluss (Einführung März 1956) und größere Rückleuchten (Juni 1956, wie auch bei den Typen 220a, 219 und 220 S verwendet). Im Juli 1957 wird die hintere Kennzeichenbeleuchtung in die Stoßstangenhörner verlegt, um die Montage der seinerzeit eingeführten breiten Kennzeichenschilder zu ermöglichen. Damit gehören die hinteren Stoßstangenhörner zur Grundausstattung, vorn sind sie gegen Aufpreis erhältlich; die USA-Ausführungen hatten sie schon immer rundum serienmäßig. Von Oktober 1959 an sorgt ein neues Hardtop mit größerer Heckscheibe bei den Coupés für eine deutlich bessere Sicht nach hinten. Im August 1960 wird das Schloss des Kofferraumdeckels geändert, gleichzeitig ersetzt ein Muschelgriff den zuvor verwendeten Bügel. 1963 läuft der letzte Mercedes-Benz 190 SL aus der Fertigungshalle. Insgesamt werden es 25 881 Exemplare. Die meisten davon gelangen in die USA – Max Hoffmans Rechnung ist aufgegangen.

Weitere Informationen zum Mercedes Benz 190 SL:

Mercedes-Benz 190 SL im Carsablanca Lexikon
- Carsablanca Marktplatz
Kaufberatung zum Mercedes-Benz 190 SL
Scheunenfund eines Mercedes-Benz 190 SL
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Fotos: (c) Daimler AG
Quelle: Daimler AG