Mercedes-Benz Diesel-Sportwagen C 111

Mercedes-Benz Diesel-Sportwagen C 111

Der Mercedes-Benz C 111 ist ein legendäres Rekordfahrzeug. Obwohl der C111 nie in Serie gefertigt wurde, gingen von ihm starke Impulse für die zukünftige automobile Entwicklung aus. Er war einer der ersten Diesel-Sportwagen seiner Zeit.

Der Mercedes-Benz C111 mit einem kraftvollen Diesel unter der Haube sorgte in den 70er-Jahren für zahlreiche Rekorde. Den weltweit ersten Dieselmotor in einem Personenwagen hatte Mercedes-Benz 1936 mit dem Typ 260 D auf den Markt gebracht. Es sollte rund 40 Jahre dauern, bis das robuste und sparsame Triebwerk seine Behäbigkeit abzulegen begann. Das Leistungspotenzial des Diesel-Triebwerks wurde mit einem Turbolader an seine Grenzen gebracht. Der 80 PS starke Fünfzylinder-Motor, der ursprünglich in den Typen 240 D 3.0 und 300 D verbaut wurde, schaffte es auf diese Weise auf beeindruckende 190 PS. 

Der C 111-II D stürmte 1976 im süditalienischen Nardo zu sensationellen Rekorden. Eine Stunde lang kreiste er zum Beispiel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 253,770 km/h auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke. Weitere Rekorde sammelte er in allen Kategorien von zehn Kilometer bis 10 000 Kilometer, von sechs bis 24 Stunden. Das hatte niemand einem Dieselfahrzeug zugetraut.

Im April 1978 pulverisierte der noch aerodynamischer gestaltete C 111-III diese Rekorde mit dem mittlerweile 230 PS leistenden Diesel mit Abgasturbolader und Ladeluftkühlung. Den Stundenrekord fuhr er mit einem Durchschnitt von rund 320 km/h, und auch für die anderen Rekorddistanzen fiel der Schnitt nie unter 314 km/h. Niemals zuvor war ein Dieselfahrzeug auch nur annähernd so schnell gewesen. Spätestens mit diesen beeindruckenden Rekorden bewies der C 111-III die Leistungsfähigkeit, die Zuverlässigkeit und die Effizienz des Turbodiesels.

Parallel zu den Rekordfahrten lief auch die Serienentwicklung für den Turbodiesel auf Hochtouren. Die Bemühungen mündeten 1978 in die Markteinführung des 300 SD, des weltweit ersten Diesel-Pkw mit Abgasturbolader.

Fotos/Quelle: Daimler AG, Auto-Medienportal