Lancia Stratos im Motorsport

Lancia Stratos im Motorsport

Dass der Lancia Stratos auch heute noch derart fasziniert, ist kein Wunder – er gilt als eines der besten Rallyefahrzeuge aller Zeiten.

Anfang der 70er Jahre gewinnt der Rallyesport international an Bedeutung. Das Lancia Team unter der Leitung von Cesare Fiorio feiert mit der Fulvia einige Einzelerfolge. Doch für die Weltmeisterschaft muss ein neues, stärkeres Auto her. Fiorio ringt seinen Vorgesetzten die Genehmigung für ein noch nie da gewesenes Projekt ab: ein speziell auf den Motorsport zugeschnittenes Straßenfahrzeug. - Das Resultat, der Lancia Stratos!

Im April 1973 fuhr Sandro Munari auf der Firestone-Rallye in Spanien den ersten Erfolg für den Stratos ein. Einen Monat später folgte ein zweiter Platz bei der Targa Florio und im September ein weiterer Triumph bei der Tour de France. Der Donnerkeil hatte sich warmgelaufen.

1974 kamen weitere Siege in schneller Folge. Noch vor ihrer Homologation  (400 verkaufte Fahrzeuge) schlugen die Stratos in der Prototypenwertung bei der Sizilien-Tour und der Targa Florio zu, wenige Tage nach der FIA-Zulassung des Autos gewann Munari die Rallye San Remo. Es folgten weitere Siege und Triumphe beim Giro d'Italia, bei der „Rideau Lakes“ in Kanada und der Tour de Corse sowie ein dritter Platz bei der britischen RAC-Rallye. Der WM-Titel war damit für Lancia in trockenen Tüchern. Ein Triumph, dem sich die Marke mit zwei weiteren Weltmeisterschaften in den Folgejahren 1975 und 1976 selbst die Rallyekrone aufsetzten sollte.

Lancia Stratos Monte Carlo 1976

1975 ging es munter weiter. Im Januar holte Sandro Munari den ersten von drei aufeinanderfolgenden Siegen bei der Rallye Monte Carlo, im weiteren Jahresverlauf siegt Björn Waldegård bei der Schweden- und der San Remo Rallye. Bei der Safari Rallye in Kenia wird Munari zweiter vor Waldegård.

Die britische RAC-Rallye konnte der von Waldegård gesteuerte Stratos zwar nicht gewinnen, aber er hinterließ bleibenden Eindruck. Nach gutem Start brach eine Antriebswelle, die Mechaniker mussten zur Reparatur das Heck abbauen. Nachdem Waldegård das Rennen wieder aufgenommen hatte, markierte er 40 der 72 Etappen mit seinen Bestzeiten. Trotzdem wurde er am Ende aus der Wertung genommen. Der Grund: Das Rennen fand auf öffentlichen Straßen statt und das Auto war ohne Rücklichter, Blinker und Kennzeichen unterwegs!

1976 wurde zum erfolgreichsten Jahr überhaupt für den italienischen Rennkeil – mit ersten und zweiten Plätzen bei der Rallye Monte Carlo, den Rängen eins bis drei in Portugal sowie Siegen in Sizilien, beim Giro d'Italia und in Korsika. Ergebnis: die dritte WM für Lancia in Folge.

Der Lancia Stratos gewann viermal die Rallye Monte Carlo, fünfmal die Tour de France Automobile, dreimal den Giro d’Italia, dreimal die Tour de Corse und sechsmal die Rallye San Remo. Neben den bereits erwähnten WM-Titeln in der Markenwertung, holte Stratos-Fahrer Sandro Munari 1977 auch den World Rally Drivers’ Cup, den Vorgänger der Rallye Weltmeisterschaft. Und auch im europäischen Championat gewannen die Stratos-Fahrer Darniche (1976 & 1977) und Carello (1978) dreimal in Folge die Gesamtwertung.

Teil 1 - Lancia Stratos: Die Geburt einer Legende
Teil 2 - Lancia Stratos HF „Stradale“ - Rallyegerät für die Straße

Quelle/Fotos: Lancia, Fiat Group