Lancia Stratos: Die Geburt einer Legende

Lancia Stratos: Die Geburt einer Legende

Der Lancia Stratos HF ist Purismus pur, ein hochspezialisierter Jäger und Sammler. Bevorzugte Reviere: für die zivile Autofahrt schwer zugängliche Terrains, bedeckt mit Schotter, Asphalt oder Schnee. Bevorzugtes Beuteschema: Renntrophäen, am liebsten in Serie.

Mit Begriffen wie Kult, Legende oder Mythos wird gern und häufig hantiert, nicht immer scheint dieser Anspruch gerechtfertigt. Im Falle Lancia Stratos ist er es ohne Zweifel. Automobilenthusiasten, vor allem solche mit Motorsport- und insbesondere Rallye-Affinität, werden ihm diesen Sonderstatus bescheinigen, ohne Wenn und Aber. Drei WM-Titel in Folge holte der Stratos für Lancia 1974, 1975 und 1976. 

Sein Debüt gab der Lancia Stratos 1970 auf dem Turiner Autosalon in gestalt einer Design-Studie. Das Konzept: ein V-Vierzylinder-Mittelmotor, längs vor der Hinterachse angeordnet. Die Ehre des Antriebs wurde einem Serienmotor aus dem Lancia Fulvia zuteil. Nicht unbedingt ein Package, das man für ein Rallyeauto erwartete, denn entgegen den Gesetzmäßigkeiten einer fahrdynamikorientierten Gewichtsverteilung saß der Pilot sehr weit vorn.

Das radikal-futuristische Design der Studie war nicht etwa ein Modegag oder schiere Effektheischerei, sondern resultierte aus umfangreichen Tests im Windkanal zwecks Minimierung des Luftwiderstands. Entsprechend der Prämisse „Form follows function“ gestaltete sich auch der Zugang des Fahrers an seinen Arbeitsplatz. Der war nur über die aufklappbare Frontscheibe zugänglich, Purismus eben.

1971 wurde der straßenzugelassene Lancia Stratos HF "Stradale" vorgestellt. Zwischen 1972 und 1975 entstanden dann rund 500 Fahrzeuge. Im Vergleich zur Studie wird der Stratos "Stradale" von einem 2,4 Liter großen V6-Ferrari-Triebwerk, auch bekannt als "Dino", angetrieben. Mit seiner von Bertone entworfenen charakteristischen Keil-Karosserie feierte der Lancia Stratos zahlreiche Erfolge im Rallye Sport.

Teil 2 - Lancia Stratos HF "Stradale"
Teil 3 - Lancia Stratos im Motorsport

Quelle/Fotos: Lancia, Fiat Group