Lamborghini Espada: Die Idee des sportlichen Reisewagens

Lamborghini Espada: Die Idee des sportlichen Reisewagens

Der Lamborghini Espada ist ein großes Coupé mit viel Platz für vier Personen und viel Gepäck. Der Espada sollte Ende der 60er Jahre die Idealvorstellung vom sportlichen, souveränen Reisewagen erfüllen – ein Konzept, das vor mehr als 40 Jahren angesagt war und heute wieder brandaktuell ist.

Der zweisitzige Lamborghini Miura war von seinem Debüt 1966 an der heißeste Sportwagen seiner Zeit, mit dem GT baute die Marke einen gepflegten Gran Turismo. Aber das genügte Ferruccio Lamborghini noch nicht – er plante eine weitere Baureihe, die dritte in nur vier Jahren seit Gründung des Unternehmens.

Abermals machte sich das junge Team in Sant’Agata Bolognese ans Werk. Aufgrund der harmonischen Zusammenarbeit beim Miura wurde erneut die Carrozzeria Bertone als Partner engagiert. Das Studio in Grugliasco bei Turin hatte 1967 schon zwei Showcars gebaut, die interessante Denkanstöße lieferten – den Jaguar Pirana auf Basis des E-Typs und den Lamborghini Marzal, ein kantiges Einzelstück mit voll verglasten Flügeltüren, das einen halbierten V12 quer im Heck trug. Beim Entwurf des Serienmodells blieb Bertone-Designer Marcello Gandini, der Vater des Miura, der Linie des Pirana treu. Der Espada – der spanische Begriff meint den Degen des Matadors beim Stierkampf – bekam eine extrem flache, distinguiert und hochmodern wirkende Karosserie; bei 4,74 Meter Länge und 1,86 m Breite maß sie nur 1,19 m in der Höhe. Mit ihren ruhigen Linien – unterbrochen nur von den NACA-Lufteinlässen auf der Motorhaube, die der Belüftung des Innenraums dienten – besaß sie zeitlosen Charakter.

Auch der Espada sollte zum besseren Einstieg in den Fond zwei große Flügeltüren erhalten, hatte Gandini vorgeschlagen – eine Idee, die Lamborghini mit Blick auf seine avisierte, eher konservative Kundschaft verwarf. Die Türen wurden herkömmlich, aber dafür sehr lang ausgeführt. Der lichte Innenraum des bot vier Personen Platz, die Heckscheibe diente zugleich als Kofferraumklappe. Das Reserverad lag unter dem Boden des Gepäckabteils, und ein niedriges Zusatzfenster, von vertikalen Stäben abgedeckt, setzte am Heck einen optischen Akzent.

Der Radstand betrug 2,65 m, und die wurden gut genutzt, indem die Ingenieure den Motor relativ weit vorne einbauten. Zusammen mit der Achsaufhängung ruhte er in einem Hilfsrahmen, der den Vorderwagen versteifte. Der Rest der Karosserie bestand, mit Ausnahme der Aluminium-Motorhaube, aus Stahlblech; als tragender Unterbau diente ein Rohrrahmen, den der Spezialist Marchesi in Modena produzierte.

Weitere Informationen zum Lamborghini Espada:

Fotos: (c) Lamborghini
Quelle: Lamborghini