Kaufen! kaufen! kaufen?

Kaufen! kaufen! kaufen?

GM, Ford und Chrysler am Boden, das Blech türmt sich auf Halde – Die Autokäufer streiken. Da helfen auch keine Gutscheine...

Dass seine Idee mit den Konsumgutscheinen für alle Deutschen zum Haare raufen ist, hat wohl selbst Karl Lauterbach inzwischen begriffen – nur so jedenfalls ist dessen Frisur zu erklären. Bestenfalls kurzfristig frisiert würden die Umsätze des Handels, was natürlich auch  die Autohersteller freuen würde. Denn abgesehen von den läppischen 35 Milliarden US-Dollar, die allein die arg geschrumpften „Großen Drei“ Ford, GM und Chrysler vom Staat fordern, wären ein paar Penunsen mehr im Säckel sicherlich auch den deutschen Herstellern recht. Doch die Käufer streiken! Gutschein hin, Gutschein her.

„Ein Kilo Opel kostet 7 D-Mark! Das geht nur durch große Stückzahlen, mit hohem Investitionen. Die Geldgeber müssen bei Laune gehalten werden, sonst kriegen sie aus Angst vor der Zukunft kalte Füße. Aktienkurse sinken, den Werken geht der Saft aus. Nur wenige Großhersteller können überleben.“

Wie wahr. Längst sind wir in dieser Zukunft angekommen, die Paul Simsa 1969 derart in „mot“ beschrieb. Simsa hatte als Waffe gegen die ständigen Preiserhöhungen der Autohersteller den Käuferstreik diskutiert, mit erzwungenen Preissenkungen als möglicher Folge. Zumindest den Käuferstreik haben wir jetzt, nicht wegen steigender, aber trotz sinkender Preise. Im (freien) Fall von Opel besitzen auch die erwähnten 7 D-Mark wieder Gültigkeit. Nur wusste ich bisher noch nicht, dass eine einzige Opel-Aktie so schwer ist...