Katzen-Klo: Gottschalk's Jaguar XJ 12

Katzen-Klo: Gottschalk's Jaguar XJ 12


Marktbeobachtung

Ja, da isser mal wieder. Der Unvermeidliche. Noch nicht einmal im Automarkt kann man sich in Ruhe umschauen, ohne dass er gleich wieder hinter der nächsten virtuellen Kiesplatz-Bude hervorspringt und einem ’ne Tüte Buntes aufdrängen will: Gottschalk, die Gummibär-Puppe des klebrigen Showbusiness. Verbiegt sich in jeder Situation garantiert so, dass er ohne Bissspuren davon kommt.

Dieses Mal jedoch tritt er uns nicht leibhaftig in Erscheinung, nein. Eines seiner abgelegten Showcars steht bereit, innerhalb der Sendezeit von „Wetten, dass...?“  von seinem ehemaligen Eigner TÜV-fähig gemacht zu werden. Gelingt ihm das nicht, muss Thomas G. die ehemalige Charts-Sendung „Formel Eins“ reanimieren und zehn Jahre lang moderieren – im Achtziger-Jahre-Outfit von Peter Illmann. 

Hand auf’s Knie, Herr Schrottkalk: Des wird nix. Zwar ist Ihr ehemaliger Jaguar (obwohl die Fön-Dauerwelle des Kühlergrills eher auf einen Daimler Double Six schließen lässt) mit einer Standzeit von zehn Jahren nur halb so abgehangen, wie Ihre Witze.

Doch was da auf der Beton-Resterampe thront, wird ihr Geschick vermutlich übersteigen. Sie sollen ja angeblich vor kurzem schon Probleme mit dem Versenden einer E-mail gehabt haben, weil Sie nicht wussten, wo man da die Briefmarke draufklebt. Hah-Hah! Nun haben Katzen ja bekanntlich sieben Leben. Damit dürfte vielleicht auch Herrn G.’s Lümmelsine noch einmal rettbar sein. Obwohl, wir rechnen im Geiste mit: Sieben mal Hauptuntersuchung à zwei Jahre, dazu ein zusätzliches Jahr Neuwagenstatus macht summa summarum 15 Jahre. Da wird’s eng bei Baujahr 1985. Sendezeit leicht überschritten.

Dass der Wagen ursprünglich in Weiss lackiert war, lesen wir. Passt perfekt in die schwuchteligen Achtziger, in das Ding hätte man auch Bohlen und Anders in Lackslippern setzen können, wär’ gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich hat Gottschalk die Katze auch nur verkauft, weil sich seine penetranten Ludwig-XIV-Rüschenärmel immer in der Tür verfingen. Oder das Ding war dem Hünen schlicht zu eng. Aah! Jetzt endlich wissen wir auch, warum G. auf rutschigem Ledergestühl immer auto-matisch seine Hand auf die Knie seiner ... aber lassen wir das. Das hatten wir ja bereits durchgekaut.

Für relativ kleines Geld kann man sich den Zwölfzylinder auf den eigenen Hof ziehen. Bis er wieder fährt, bremst und schaltet, wird wohl noch eine Staffel Gottschalk über uns hinweg gegangen sein. Darf ich hier so schreiben. Wir sind ja quasi unter uns.