"Käfer? Nein danke!" Automogul gesteht geistige Umnachtung

"Käfer? Nein danke!" Automogul gesteht geistige Umnachtung


Trivial Pursuit

"Käfer? Nein danke!" Gleich zwei englischen Herstellern wurde Mitte der vierziger Jahre der Volkswagen Käfer zur Produktion angeboten – beide lehnten ab

Das Volkswagenwerk lag nach Kriegsende in der britischen Besatzungszone und damit unter britischer Verwaltung. Was sollte man damit anfangen? Die naheliegende Lösung: Übernahme der Produktion durch einen englischen Hersteller. So besuchten 1946 drei Ingenieure von Ford/UK das Wolfsburger Werk, fanden den Käfer aber nicht überzeugend und reisten hohnlachend ab.

Sehr überzeugt vom Käfer dagegen war Richard Berryman, britischer Offizier der Control Commission for Germany. Er reiste im Frühjahr 1947 nach London in die Zentrale der Rootes Group, um den Volkswagen auch dort zur Übernahme anzubieten. Zu diesem Konzern, damals der drittgrößte Autohersteller in England, gehörten Marken wie Singer, Humber und Hillman.

Berryman traf die Gebrüder Rootes persönlich, die aber dankend ablehnten – das hässliche kleine Auto habe keine Zukunft, befanden sie. Sir William Rootes hatte immerhin das Format, diese wahrscheinlich größte Fehleinschätzung der Automobilgeschichte einige Jahre später einzugestehen. Mit dem Käfer hätte die Rootes-Gruppe möglicherweise überlebt und wäre nicht Mitte der Sechziger an Chrysler gefallen.

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