Jenseits von Bremen – Alfa Romeo Giulia Sprint GT

Jenseits von Bremen – Alfa Romeo Giulia Sprint GT


Marktbeobachtung

Seinerzeit ein Hit, hat der klassische Kantenhauber von Alfa Romeo auch heute noch seinen Reiz – auch wenn die gesamte Modellfamilie seit geraumer Zeit ein inflationärer Klassiker ist. So ist er immer noch "der" Traumwagen vieler Werbefuzzis und anderer verachtenswerter Menschen, dank derer es seit langem keine preiswerten Gebrauchtwagen mehr gibt – sondern nur noch maßlos überteuerte "Youngtimer".

„Dreckig steht ihm einfach nicht so gut“, schreibt der Anbieter des heutigen Netzfangs, und der Mann hat Recht. Denn so etwas Seltenes (ähem ... !)wie einen Kantenhauber findet man nicht alle Regentage.

Das Gleiche – also das mit dem Dreckigen –  gilt jedoch für den prominenten Vorbesitzer des Alfa Romeo Giulia 105 GT Sprint Coupé  Bertone. Dabei glaubten wir den Jenseits-von-Eden-Trällerer schon längst über den Erinnerungs-Jordan, doch dann fährt einem sein ehemaliges Fahrzeug vor die Schreiberhände. Jenseits von Bremen, unweit von Hamburg. Und lässt so ganz, ganz schlimme Hitparaden-Reminiszenzen wieder lebendig werden. Womit nicht irgendwelche Zulassungshitlisten der Achtziger gemeint sind, sondern die wirklich wichtigen Zahlen, die zu Nino de Angelo’s großer Zeit etwas zählten. Also die Platzierungen von DTH’s ZDF-Hitparade.

Aber lassen wir das, erinnern wir uns lieber daran, dass Nino de Angelo mit schwarzgrau-melierten Haaren und im wirklich smarten schwarzen Anzug wirklich cool aussieht, das dazugehörige Album „Un momento italiano“ tatsächlich besser ist als alles zusammen, was Drafi Deutscher und Dieter Bohlen für de Angelo geschrieben haben (was nicht schwerer sein dürfte, als in Italien ein gutes Pasta-Restaurant zu finden), und wir ihm, dem Autobegeisterten (einst fuhr er aktiv die Opel-Lotus-Challenge), letztlich den röhrenden Kantenhauber doch noch abnehmen.

Für nicht zu knappe 23.000 Euro ist der Barden-Bolide zu haben, etwas üppig, aber noch im vorstellbaren Preisrahmen, wenn man diesen auch noch ruhig etwas nach unten korrigieren sollte. Wirklich unverbastelte und (relativ) originale Kantenhauber sind selten, der Markt strotzt leider vor völlig überrestaurierten Blendgranaten. Längst nicht in allen Fällen finden sich die originalen Maschinen unter dem immer noch schön anzusehenden Blech der „Bertones“, in diesem Fall ist dem jedoch so. Allerdings nervt das verbaute Sportfahrwerk zumindest optisch extrem, auch die an einen ausgewachsenen Chromjoint erinnernde Auspufftüte hätte man sich tunlichst sparen oder gleich an einen Astra GSI schrauben sollen.

Dio mio! Doch diese Dinge sind, gottlob, reversibel. Anders als eingängige Schlager-Rhythmen. Die lassen sich nicht mit wenigen Handgriffen entfernen. Es sei denn mit einem Skalpell in Kleinhirnnähe.

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