Hot-Rod: 30er Ford Radical Rod

Hot-Rod: 30er Ford Radical Rod

Greg Brockhaus aus Essen ist der Fachmann bei „auto mobil“ auf VOX. Seit mehr als 25 Jahren schraubt er an Ami-Stahl, seit mehr als 15 betreibt er eine Werkstatt. Im Pott ist aber auch sein Firmenwagen bekannt – ein 30er Ford Radical Rod. Eine Kutsche, die vor allem im Reihenhausambiente ein perfektes Bild abgibt

Die Teile des Hot Rod stammen allesamt von Autos vergangener Jahre und dazu noch von verschiedenen, und sowieso hatte Scott alles als Low Budget-Gefährt innerhalb eines halben Jahres zusammengefriemelt. Trotzdem ist an dem 30er Ford Radical Rod alles gewollt: Unter der um sechs Zoll gechoppten Karosserie eines alten Dodges und der gekürzten Ford-Ladefläche gibt es einen eigenständigen Rahmen mit starrer Vorder- und Hinterachse, dazwischen einen neuen Kardantunnel, vorn eine Querblattfederung und hinten Schraubenfedern, Gasdruckdämpfer und Trommelbremsen vorn und hinten. Viel Elektrik und Gezumpel gibt es zudem nicht an der Karre: Hier steckt eine Anzeige für die Wassertemperatur, da ist eine für den Öldruck eingebaut, dazu ein kleiner Spannungsmesser, zwei Rücklichter – und fertig ist die Laube.

Ein paar mal schon haben sich Spaßmacher an seinem Wagen vergriffen, während er vor dem Haus parkte. Manchmal hatten sie die Zündkabel abgefriemelt, mal hatten sie ein kleines Souvenir vom Auto geklaut. Doch das wird hier nicht passieren: Nicht in dieser Siedlung.

Hot-Rod: 30er Ford Radical Rod von Greg Brockhaus

Das Auffälligste am Wagen, zumindest beim Blick ins Innere, sind wohl der aus einem Bowie Knife bestehende und bis in Kopfhöhe herauf ragende Schalthebel und das gammelig wirkende Grant-Lenkrad. Und die unter dem Armaturenbrett einmal von rechts nach links gespannte und verschweißte Kette lässt den Wagen noch brachialer erscheinen, als er es in seinem Rost-Look und auf 16-Zoll-Stahlfelgen mit Dodge-Plates und Weißwandreifen von Firestone eh schon tut. Die braune Optik ist übrigens kein ungewollter sondern ein Gemisch aus mehreren Schichten Lack, die zum Teil immer wieder abgeschliffen wurden.

Rost-Look, wummernder Motor und nicht einmal ne Feinstaubplakette für die ungeniert Qualm speienden Rohre: Greg bewegt die Messerklinge, die ihm als Schaltknauf dient, gibt ein wenig Gas, nicht viel. Es röhrt und ballert, nur ein bisschen für Gregs Verständnis aber ungewohnt für die Menschen hier. Ein Mann in Flipflop-Latschen, der soeben noch seinen trägen Mischlingsrüden hinter sich her gezogen hat, macht erschrocken einen Satz zur Seite. Unbeeindruckt fährt Greg an ihm vorbei, den Arm am offenen Seitenfenster abgelegt, so blubbert die Karre über die blitzblanke Straße. Ein paar Gardinen schieben sich zurück, ein Mann hört auf, seinen Garten zu kehren, der Mechaniker gibt einmal Gas, nur so zum Spaß, und schnell wendet sich der Rentner wieder seinem Rechen zu, ganz so, als sei nichts gewesen. Is auch nix – is nur‘n Auto …

Noch mehr Bilder und Infos zum Hot Rod von Greg findet ihr im Motor Maniacs Magazin.

Text: Boris Glatthaar
Fotos: Volker Rost