Honda Motorrad Oldtimer - Der Aufstieg zur Weltmarke

Honda Motorrad Oldtimer - Der Aufstieg zur Weltmarke

Mitte der 60er Jahre war Honda bereits mit mehreren WM-Titeln im Straßensport erfolgreich. Der Fortschritt im Rennmotorenbau spiegelte sich vor allem im Leistungszuwachs wider und verhalf Honda so auch zum Aufstieg zur Weltmarke. Selbst heute noch sind die Motorrad Oldtimer von Honda sehr gefragt.

Honda Motorrad Oldtimer Teil 2 - Anfang der 60er Jahre traten die Honda RC-Modelle in der 250er- und 350er-Klasse mit Reihenvierzylindern an, ab 1965 sogar mit Sechszylindern. Die RC 161 von 1960 produziert 35 PS bei 13 500 U/min, ihr sechszylindriger Nachfolger RC 166 B (1967) schon 59,2 PS bei 17 000 U/min.

Die im Rennsport gewonnenen Erfahrungen schlugen sich auch in der Modellpalette nieder. Als erstes Straßenmotorrad mit zwei obenliegenden Nockenwellen sorgte 1965 die CB 450 für Aufsehen: Der „Black Bomber“, wie die Ur-CB 450 genannt wird, leistet zunächst 43 PS bei 8500 U/min. 1968 schrieb die Marke dann erneut Motorradgeschichte: Die CB 750 Four setzt mit ihrem 67 PS starken Reihenvierzylindermotor neue Maßstäbe und gab maßgebliche Impulse für die weitere Entwicklung im Motorradbau. Die CB Four ist auch heute noch ein begehrter Motorrad Oldtimer und wird auch noch im Alltag gefahren. Besonders gefragt ist die erste Version, von der lediglich 7414 Exemplare hergestellt wurden.

Honda Motorrad Oldtimer - Der Aufstieg zur Weltmarke Honda RC 166 (1965) - Foto: Honda / Auto-Medienportal

Während die CB 750 Hondas Position als Marktführer zementierte, arbeiteten die Ingenieure in Japan bereits am nächsten Meilenstein, der 1974 vorgestellten GL 1000 Gold Wing. Erstmals setzte Honda auf einen Vierzylinder-Boxer und erstmals übernahm eine Kardanwelle den Antrieb zum Hinterrad. Als Reisemotorrad bestach die 82 PS starke Gold Wing mit Durchzugsstärke, Laufkultur und Komfort. Die auf ihr basierende GL 1100 DX mit Verkleidung begründete 1981 die Klasse der Supertourer. 1987 folgt als erster Sechszylinderboxer die GL 1500, dann 2001 die bis heute gebaute GL 1800. War schon die GL 1500 mit Audioanlage, Tempomat oder elektrischer Rückfahrhilfe reichhaltig ausgestattet, besitzt die 1800er seit 2006 als erstes Serienmotorrad sogar einen Airbag.

Doch hatte Honda nicht nur gut betuchte Tourenfahrer im Visier. Mit der im Dezember 1977 vorgestellten CX 500 bot die Marke ein Modell an, das mit seinem längs eingebauten 80-Grad-V-Zweizylinder, Vierventiltechnik und Kardan neue Akzente in der Mittelklasse setzte und in Deutschland als „Gülle-Pumpe“ berühmt wurde. Nach der Gold Wing war die CX die zweite Honda mit Flüssigkühlung und Doppelscheibenbremse vorne. Und wie die im gleichen Jahr erschienene CBX 1000 lief der 50 PS leistende V-Twin auf innovativen „ComStar“-Verbundrädern mit schlauchloser Bereifung. 1980 folgte der Softchopper CX 500 C, dann die komplett neu gestylte CX 500 Euro und ein weiteres Jahr später die GL 500 Silver Wing mit rahmenfester Tourenverkleidung. Doch trotz Hubraumaufstockung auf 650 Kubik war der CX-Reihe kein langes Dasein beschieden. Ab 1983 gehörte den quer eingebauten V2-Motoren die Zukunft bei Honda.

Honda Motorrad Oldtimer - Der Aufstieg zur Weltmarke Honda CX 500 - Foto: Honda / Auto-Medienportal

Als neues Top-Modell trat Anfang 1978 die „CBX 1000 Supersport“ mit einem 105 PS kräftigen Sechszylinder-Reihenmotor an. Für 1981 konzipierte Honda den Sechszylinder mit einer Verkleidung konsequent als Tourer um. Die Hinterradschwinge stützte sich nun über ein Zentralfederbein ab, dessen Hebelanlenkung eine progressive Abstimmung erlaubt. Dieses „Pro Link“-System findet bald auch in zahlreichen weiteren Honda- Modellen Verwendung.

Die Tradition der Reihenvierzylinder führte ab 1978 die CB 900 F Bol d'Or fort. Mit 95 PS bei 9000 U/min setzt der Dohc-Zweiventiler in dieser Klasse neue Maßstäbe. 1981 stellte Honda ihr die verschalte CB 900 F2 zur Seite. Die CB 750 F/F2 sowie die auf mehr Durchzug ausgelegte CB 1100 F Super Bol d'Or von 1982 komplettieren die Modellreihe ebenso wie Chopper-Ausführungen. Für den US-Markt offeriert Honda die CB 900 C mit Kardan und Zweigang-Vorgelegegetriebe – also insgesamt zehn Gängen.

Neuland betrat Honda 1980 mit der CX 500 TC. Um den V-Twin für den Turbolader und 82 PS standfest zu machen, wird der Motor von Grund auf überarbeitet. Zudem übernimmt mit der kennfeld- und sensorengesteuerten CFI (Computerized Fuel Injection) erstmals bei Honda eine Einspritzanlage die Kraftstoffaufbereitung. Mit der TC, die ab Ende 1982 auch mit 650 ccm angeboten wird, rief Honda die japanische Konkurrenz auf den Plan, die bald ebenfalls Ladermotoren anbot. Doch währte diese Ära nur kurz, die meisten Käufer setzten lieber auf Hubraum statt Turbo-Technik.

Ab 1984 setzte Honda mit der 116 PS starken VF 1000 F und dem sechs PS stärkeren supersportlichen Ableger VF 1000 R. auf das V4-Konzept, weil sich damit schlankere, leichtere und leistungsfähigere Triebwerke realisieren lassen. Diese Bauart ist bis heute ein wichtiger Bestandteil im Modellprogramm.

Honda Motorrad Oldtimer - Der Aufstieg zur Weltmarke -Honda Africa Twin (1988) - Foto: Honda / Auto-Medienportal

Bereits 1983 hatte Honda mit der XLV 750 R eine erste Großenduro im Angebot. 1987 folgte die XL 600 V Transalp und ein Jahr später die noch konsequenter für Fernreisen konzipierte XRV 650 Africa Twin. Beide Modelle sind mit flüssiggekühlten Dreiventil-V-Twins mit 52 Grad Zylinderwinkel motorisiert, wie sie seit 1983 (VT 500 E) in diversen anderen Modellen und Hubraumvarianten verbaut werden. Die ab 1990 auf 742 ccm aufgestockte und bis 2003 verkaufte Africa Twin genießt mittlerweile Kultstatus, die mehrfach modernisierte Transalp ist heute mit 680 ccm und Kraftstoffeinspritzung bis heute im Programm.

Honde ist heute der größte Motorradproduzent der Welt! Motorrad Oldtimer von Honda werden häufig im Alltag eingesetzt und sind auch heute noch sehr gefragt.

Teil 1 - Honda Motorrad Oldtimer - Die Anfänge

Fotos/Quelle: Honda / Auto-Medienportal