Heißluftofen – De Tomaso Pantera

Er war nie wohlgelitten in seinen Kreisen, als Argentinier in italienischen Autodesigner-Zirkeln: Alejandro De Tomaso. Ganz abgesehen von solcherart Dünkelhaftigkeit trat sein Pantera tatsächlich nicht besonders zurückhaltend auf.

De Tomaso wurde sein leicht proletarisch angehauchter Pantera oft verübelt. Immerhin war er ein grundehrliches Auto, das seine Ambitionen nicht verhehlte: Sei stark, sei schnell und laut und dulde keinen Sportwagen neben Dir. Im Anschluss an dieses unausgesprochene Statement schaute man dem Pantera in seine wie Stinkefinger erhobenen Auspuffrohre, es waren vier an der Zahl.

Wer derart in den Wald hineinruft, muss auch das Echo vertragen können: Elvis Presley durchlöcherte seinen nicht anspringen wollenden Pantera mit einer großkalibrigen Wumme, da dürfte selbst das 5,7 Liter-Ungetüm die Ansaugluft angehalten haben. Im Gegenzug heizte der Pantera seinen Fahrern regelmäßig tüchtig ein, war der Mittelmotor doch Garant für ein Backofen-artiges Feeling im Innenraum. Doch der Pantera war nicht nur Heißluftofen, er war auch Hitzkopf: Frühe Exemplare brüllten bis 110 Grad Celsius Motortemperatur, nicht selten waren sich anschließende  Zylinderkopfschmerzen die Folge. Teurer als der Motor war übrigens das ZF-Getriebe, welches auch im Ford GT 40 verbaut wurde.

Nicht wenige Zeitgenossen behaupten, dass ein Pantera eigentlich ein Motor mit einer gezwungenermaßen drumherum gebauten Karosserie sei. Da ist was dran. Der V8 ist ein Monster, der mit dem Pantera leichtes Spiel hat, und lange, bevor Red Bull Flügel verlieh, hob der Pantera ab 190 Sachen einfach ab – erst ein martialischer Heckflügel schuf etwas Abhilfe, der den Entwurf von Tom Tjaarda endgültig als aus dem Reich des Bösen kommend etikettierte.

Technisch war Giampaolo Dallara für den Pantera verantwortlich, zuvor hatte er als Geburtshelfer des Lamborghini Miura gewirkt – der Pantera reihte sich nahtlos ein in die Phalanx der starken Mittelmotor-Sportwagen, die groß Gewachsenen (sprich: über 1,80 Meter) in diesem Falle jedoch verwehrt wurde. Selbst kleine Fahrer gerieten in einem Pantera bereits im Stand ins Schwitzen, denn die sehr italienische Fahrposition (angewinkelte Beine, extrem gestreckte Arme) war alles andere als angenehm, allerhöchstens wirkte sie sportlich-verkrampft. Hat Tom Cruise (1,60 Meter) eigentlich einen Pantera? Oder Prince? Nun ja. Wer sich nicht den Kopf in einem Pantera stieß, verhedderte sich wenigstens in dessen unmöglicher Pedalerie ...