Haben wollen – Alpine A 310

Haben wollen – Alpine A 310


Marktbeobachtung

Oh. Verflucht. Da ist mir doch eben driftmäßig mal der Finger auf dem Trackpad des iBooks ausgerutscht, und schon habe ich eine Alpine an der Backe. Ach, Du dicke Flunder. Das kann ja heiter werden.

Und dabei war ich mir ganz sicher, dass ich niemals eine Alpine in den annähernden Weiten meines ideellen Budgets fände. Denkste. Einmal gesurft und schon gestrandet. Von den Blauen Bergen kommen wir ... Mir läuft das eisige Gebirgswasser im Mund zusammen, wo es sich sogleich mit gutem, reinen Super Plus vermengt. Dazu der zündende Impuls an den Neuronen meines Gier-Zentrums, und schon haben wir das explosive Gemisch. 

Ruhig bleiben. Pulsfrequenz senken. Denken wir doch einfach an ... an einen Ford Ka. Nein! Sofort verdrängt die Alpine diese Ausgeburt an Nicht-Auto. Puh. Noch einmal Glück gehabt. Ein Ka macht noch lange kein Auto. Die Alpine A 310 ist gleich mehrere in einem. Sie ist brutaler Heckmotorsportwagen ("Brrrroooaaaarr"). Sie ist erfolgreicher Rennwagen (Le Mans-Sieger). Sie ist Einkaufswagen (weniger passt in den von Aldi auch nicht hinein). Sie ist Familienwagen (Du kannst länger frühstücken und bist schneller zum Abendbrot zurück). Sie ist Kinderwagen (meine Jungs fanden sie auf den Fotos total klasse). Toll. Ein Auto für mich. NUR für mich. Was? Nein, Jungs, tut mir leid. Ihr fahrt weiter Eure Monoposti von Kettler.

Vor allem aber ist die Alpine A 310 eine herzlich ehrliche Heckschleuder. Willst Du wissen, wie Deine Alpine während der Fahrt von hinten aussieht, gib einfach kurz Vollgas. Sollte es Dir danach gelingen, die A 310 zurück auf die Straße zu bringen (ohne Abschleppwagen), wundere Dich nicht über den Kloß im Hals. Das wird Deine Milz sein. Niemand hat behauptet, dass ein Ritt mit der Alpine eine geführte Bustour sei. Eher schon ein Sessellift ohne Sicherungsgurt, den man an 3800 Kilovolt angeschlossen hat.

Eine Alpine ist glücklicherweise auch keine dieser acht- oder zwölfzylindrigen "Sport"-Limousinen, die Dir noch jedes noch so blöde Fahrmanöver verzeihen, das ESP schon bei Tempo 35 auf der Elbchausse reinhauen und womöglich noch über Allradantrieb verfügen. So etwas nenne ich automorbide Selbsttötung im Inspektionsintervall. Nee. Lassma. Wenn schon durchdrehen, dann wenigstens am Alpine-Lenkrad. Und wenn Komfort und Limousine, dann lieber gleich einen Silver Shadow oder ein Corniche Coupé. 

So. Und nun? Unerbittlich flimmert das A 310-Image auf meinem Bildschirm. Es hat sich nicht ablenken lassen von meinem kurzen Automobil-Exkurs. Die Mischung schwappt immer noch in meinem Großhirn und ätzt sich langsam zum Bewegungszentrum durch, wo mein rechter Finger dem Klick auf "Jetzt kaufen" völlig schutzlos ausgeliefert sein wird. Nur noch zehn Jahre, ich schwöre, und ich werde sie mir gönnen. Es sei denn, SIE nehmen mir diesen qualvollen Job ab. Danke!

Nein! Doch nicht! Aaargh!

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