FBI tobt: Banditen-Look bei Muscle Cars in Mode

FBI tobt: Banditen-Look bei Muscle Cars in Mode


Trivial Pursuit

Freier Blick aufs Differential! Hinten muss sich die Karosserie eines Muscle Car weit über die Achse erheben, das Differential muss von mindestens achtzölligen Felgen flankiert werden - dieser Look hat seine Wurzeln in der großen Zeit der Moonshiner, der Whisky-Schmuggler aus den Südstaaten

In den Hügeln von South Carolina, Georgia und anderen Südstaaten zu leben war einst ein hartes Brot. Die Leute waren arm und abgeschnitten von der Zivilisation. So verfielen sie schon vor 200 Jahren auf das Brennen von Maisschnaps, der sich als Corn Whiskey in den Städten verkaufen ließ. Dann kam die Bundesregierung in Washington und erhob exorbitante Alkoholsteuern - schon lange vor der Prohibition. Die Schwarzbrenner versteckten sich im Unterholz, brannten weiter und schmuggelten ihr Zeug auf Schleichpfaden in die Saloons. 

Das blieb so bis Ende des zweiten Weltkriegs. Dann drang die Motorisierung auch in die abgelegenen Winkel der Appalachen vor und bald erblühte die Kultur der Moonshiner: Die Söhne der Schwarzbrenner donnerten jetzt mit heißgemachten Autos über die Feldwege, immer auf der Flucht vor der Bundespolizei, und immer nachts - daher der Name Moonshiners.

Damit die Jungs nicht auf der Stelle aufflogen, wählten sie möglichst gewöhnliche Familienkutschen, in die sie Tanks von einem Kubikmeter oder mehr Volumen einbauten, dazu bösartig heißgemachte Motoren, mit denen sich problemlos 120 fahren ließ - Meilen pro Stunde natürlich, und auf Ackerpisten. Damit die Karren die enorme Whisky-Last vertrugen, bekamen sie ultrastarke Federn an der Hinterachse, dazu Breitreifen. So reckten sie den Hintern in die Höhe, um mit vollem Tank ganz normal dazustehen ...

In den Appalachen wird bis heute schwarz gebrannt, der Moonshiner-Look hat sich derweil von seinen Banditen-Wurzeln gelöst, ist unabdingbarer Teil der Muscle Car-Kultur geworden.

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