Der Untergang einer großen Marke: Vierzylinder-Facel

Der Untergang einer großen Marke: Vierzylinder-Facel


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Die Erkenntnis kam zu spät: Man hätte von Anfang an auf einen Großserienmotor zurückgreifen sollen, von Alfa Romeo zum Beispiel. Facel-Vega wollte aber für den neuen Kompaktwagen eigene Wege gehen und kaufte ein unterentwickeltes Aggregat.

Ende der Fünfziger beschloss der französische Nobelhersteller Facel-Vega, sich den lukrativen Volumenmarkt mit einem Vierzylinder-Modell zu erschließen. Allerdings fehlte dazu ein Motor, da Facel keine eigene Motorenabteilung besaß.
Dies erwähnte man beim Zulieferer Pont-à-Mousson, der die Getriebe für die Achtzylinder-Facel lieferte. Pont-à-Mousson zog den Entwurf eines dohc-Sechszylinders aus der Schublade: Kein Problem, den Motor um zwei Zylinder zu kürzen! Facel vertraute seinem Zulieferer und installierte den neuen Motor ab 1961 im Typ Facellia, mit dem man sich breitere Käuferschichten erschließen wollte.

Leider ist der Vierzylinder ein Murks-Motor: Ansaugtrakt und Kolbenform sind ungünstig ausgelegt, weshalb manche Facellias bereits nach 3000 Kilometern kapitale Motorschäden entwickelten. Der katastrophale Ruf der Facellia strahlte schnell auf die ganze Marke aus. 1963 ersetzte man den dohc-Motor hastig durch den Volvo B18, was aber nicht half. Nicht zuletzt aufgrund des miserablen Pont-à-Mousson-Motors musste Facel 1964 die Autoproduktion aufgeben.

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