Der Liebling – Peugeot 504 Cabrio

Der Liebling – Peugeot 504 Cabrio


Marktbeobachtung

Diese Fahrzeuge sind ein Rätsel: Obwohl seitens des Herstellers einiges dafür getan wurde, dass sich ihre Anzahl rapide verringert, gehören sie seit Jahren zum etablierten Angebot auf dem Klassiker-Markt. Die Rede ist von den großartig gezeichneten Peugeot 504 Cabriolet.

In eleganter Manier wirft Pininfarina 1967 mit wenigen Strichen das Coupé der neuen Baureihe 504 aufs Papier. Schwungvoll und ausdrucksstark, dabei gleichzeitig schnörkellosund ohne Chrom-Ballast – auch diese Linie war Pininfarina wieder einmal geglückt. Die Autowelt war um eine erschwingliche Schönheit reicher, ein Massenhersteller um eine Nuance pointierter und unverwechselbarer geworden.

Ab 1969 dürfen sich Frischluftfans am offenen 504 ergötzen. Angetrieben von einem Vierzylinder mit Einspritzanlage und verzögert mittels vierer Scheibenbremsen, wies Peugeot einmal mehr den Weg in die Zukunft. Die Schräglenker-Hinterachse erlaubt komfortables wie sportliches Fahren, was der relativ kompakte Radstand unterstützt. Auch die komfortable, jedoch (für französische Verhältnisse) nicht all zu sehr an vor sich hinquellenden Baguetteteig erinnernde Fahrwerksabstimmung registriert man wohlgesonnen.

Neuen Anschub im doppelten Sinne erhält das Cabriolet ab 1974. Noch vor der Premiere des neuen Flaggschiffs Peugeot 604 erscheint der Sechszylinder mit 136 PS in der Vergaserversion im 504 Cabriolet. Im Zuge eines völlig unerklärlichen Eiertanzes sind die Cabrios ab 1978 wieder mit den Vierzylinder-Maschinen bestückt (1.8 Liter, 106 PS), den Einspritzer-V6 mit Bosch-K-Jetronic behält man dem Coupé vor. Immerhin gibt es jetzt ein 5-Gang-Getriebe serienmäßig.

Die 504 Cabriolets sind perfekte Autos für Menschen, die genug haben von rauhbeinigen englischen Roadstern, die mehr Fahrkomfort und Platz beanspruchen als ein Fiat Spider ihnen bieten kann, die allerdings immer noch ein Fahrzeug bewegen möchten, welches einen etabliert-gediegenen Charakter besitzen soll. So fanden nicht Wenige den Weg in die Ausstellungshallen der Peugeot-Niederlassungen.

Drei Mal ist das 504 Cabriolet retuschiert worden, final malte man ihm recht grob eine Art Schnauzbart ins elegante Konterfei, indem man ihm unansehnliche Kastenstoßstangen ins Gesicht schraubte. Verschlimmbesserer montierten bei den zahlreich zu verzeichnenden Pfusch-Restaurierungen gern die zierlichen Vorgänger-Chromstoßstangen an schnell übergejauchte, mit Polyesterharzmatten "fit" gemachte späte Modelle. Schön war beides nicht.

Besonders interessant sind die frühen Jahrgänge des 504, wie sie der heutige Netzfang repräsentiert. Ihre Kennzeichen: die zierlichen Chromstoßfänger, die geteilten würfelförmigen Scheinwerfer und die aus vier einzelnen schrägstehenden Elementen bestehenden Heckleuchten. Achten sollte man auf eine relativ lückenlose Historie des Fahrzeugs, auf schnell gespachtelte Schweller, auf Risse zwischen Verdeckkasten und Kofferraumansatz sowie auf korrodierte oder ausgerissene hintere Radaufhängungen. Motortipp: Der Vierzylinder liegt nicht so schwer auf der Vorderachse, daher sind mit ihm zum Teil dynamischere Fahrmanöver möglich, als mit dem Euro-V6 – sofern man auf diese Wert legt. Durstig sind beide Antriebsvarianten. 

Hohe Wertschwankungen sind beim 504 Cabriolet nicht zu erwarten – der Wagen ist eine stete Größe auf dem Angebotssektor, zu verstehen im charakterlichen wie im finanziellen Sinne. 

Die in dieser Rubrik enthaltenen Angebote sind aufgrund ihres Marktcharakters nur temporär aktuell. Die Beiträge bleiben wegen ihres allgemeinen Informationsgehalts jedoch dauerhaft abrufbar. Carsablanca übernimmt trotz sorgfältiger Prüfung keine Haftung für die Inhalte externer Links. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eine Kaufempfehlung bzw. eine Zertifizierung.