Der Jaguar XK 150

Der Jaguar XK 150

Im Mai 1957 präsentierte Jaguar den XK 150 und damit die letzte und stärkste Ausbaustufe der seit 1949 gebauten erfolgreichen XK-Baureihe.

Jaguar XK 150 - Im Werk in Browns Lane hatten Arbeiter und Management in den Wochen zuvor unter Volldampf gearbeitet: Am 12. Februar 1957 hatte es einen verheerenden Brand im Servicecenter und in der nördlichen Fabrikationshalle gegeben. Zahlreiche fertig zur Auslieferung bereitstehende MK VII sowie ein Großteil der aus dem im Rennsport so erfolgreichen D-TYPE entwickelten XKSS waren ein Raub der lodernden Flammen geworden. Insgesamt handelte es sich um 270 Fahrzeuge. Doch die Jaguar-Mannschaft ließ sich nicht unterkriegen, krempelte die Ärmel hoch und schaffte es mit einer wahren Energieleistung, die Produktion innerhalb von nur sechs Wochen wieder auf das gewohnte Maß zu bringen.

Prachtvolles Ergebnis der mühevollen Arbeit. Der Jaguar XK 150. Ein Klassiker mit puristischer Linienführung und eleganter Anmutung. Statt geschwungener Kotflügel bot der XK 150 mit geraderer Linie zwischen vorderen und hinteren Kotflügeln eine Anlehnung an die Pontonform. Außerdem präsentierte sich die Kühleröffnung deutlich breiter als bei den XK 120- oder XK 140-Vorgängermodellen und dokumentierte so eine klare Familienähnlichkeit zur neuen "kleinen" Limousine, dem 3.4 litre Saloon (vulgo: MK 1). Schneller und eindeutiger konnte man den XK 150 gegenüber seinen älteren Brüdern jedoch an der durchgehenden und gewölbten Windschutzscheibe erkennen - der Mittelsteg zwischen zwei planen Scheiben war passé. Der Jaguar XK 150 barg 1957 auch eine Aufsehen erregende technische Innovation: Er war der erste in Großserie produzierte Sportwagen mit Scheibenbremsen.

Jaguar XK 150

Außerdem konnten die Käufer beim XK 150 zum ersten Mal in der XK-Baureihe überhaupt die springende Raubkatze, das Symbol der Marke, optional als Kühlerfigur ordern. Davon machten dann auch sehr viele Kunden Gebrauch.

Wie den Vorgänger XK 140 schmückten den XK 150 gegenüber der Ur-Version XK 120 zahlreiche Chrom-Applikationen, wobei die vordere Stoßstange im Bereich des Kühlergrills leicht eingebuchtet war und damit deutlich leichter wirkte.

Doch nicht nur außen, auch unter der Karosserie, die es als OTS (Open Tourer Sport), DHC (Drop Head Coupé) oder FHC (Fixed Head Coupé) gab, hatte sich einiges getan: Als Motor stand der unverwüstliche XK-Sechszylinder mit standardmäßigen 3442 Kubikzentimetern zur Verfügung, doch die stärkste Ausführung des XK 150 - der 3,8-Liter in der "S"-Version" leistete satte 265 PS bei 5500 U/min. Bei dieser Motorenversion kamen statt der zwei SU HD6-Vergaser drei größere HD8-Vergaser zum Einsatz.

Jaguar XK 150

Den Jaguar XK 150 gab es in einer wahren Fülle von unterschiedlichen Ausführungen.  Der "normale" XK 150 stand als 3,4 Liter mit einer Leistungsausbeute von 190 bhp in den Verkaufsräumen, dazu gab es eine Special Equipment-Version und eine weiter gesteigerte S-Version, die mit identischem Hubraum von exakt 3442 Kubikzentimetern 210 beziehungsweise stolze 250 bhp leisteten. Noch mehr Durchzugsvermögen versprach die 3,8 Liter-Version des XK 150. Sie gab es mit einer gegenüber dem 3,4-Liter von 83 auf 87 Millimeter vergrößerten Bohrung und einem daraus resultierenden Gesamthubraum von 3781 Kubikzentimetern mit 220 bhp oder als S-Version mit satten 265 bhp. Dies war die Krone der XK 150-Schöpfung.

Bis Oktober 1961 wurde der Jaguar XK 150 gebaut, zuletzt nur noch als FHC, der mit insgesamt 2671 mal produzierten häufigsten Karosserieversion. Zu diesem Zeitpunkt begeisterte schon sein atemberaubender Nachfolger die Fachwelt: Im März 1961 wurde der E-Type präsentiert.

75 Jahre Jaguar

Fotos/Quelle: Jaguar Media