Der Hauch des Todes – Volvo 140 Cabriolet

Der Hauch des Todes – Volvo 140 Cabriolet


Marktbeobachtung

Frischluft bis zum letzten Atemzug: Dieses Volvo Cabrio hat sich selbst überlebt. Warum nur? Wahrscheinlich nur aus dem Grund, hier veröffentlicht zu werden und den Autoren dieser Zeilen unermesslich reich zu machen. Im Gegensatz zum Fahrzeugbesitzer...

Warum tut man sich so etwas an? Einfache Antwort: aus Eitelkeit. Und aus falsch eingeschätztem Durchhaltevermögen.

Wer schön sein will, muss leiden: Dieser so weise Spruch aus der Generation unserer Großmütter trifft bestens zu auf diesen ebenfalls nicht mehr ganz taufrischen Volvo. Denn wer den bereits hingerichteten wieder herrichten will, braucht Mut. Und Zeit. Und Leidensbereitschaft.

Den Vorbesitzer hat es dahin gerafft – zumindest dessen Durchhaltewillen scheint ähnlich erschöpft wie die Karosseriestruktur des Volvo. Einst baute Jaques Coune formschöne Cabriolets des Amazon in Handarbeit, der 140 hier stammt nicht aus seiner Manufaktur für erlauchte Brüsseler Kunden. Und ob 140 Stunden ausreichen werden, um ihn wieder Elbchausse-tauglich zu machen, mag bezweifelt werden.

Statt Frischluft um die Ohren also der modrige Hauch des Todes in der gerümpften Nase. Und mögen muss man die automobile Schöpfung auch erst einmal. Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, lockt zum einen der Preis. Aber wahrscheinlich nur Restaurierungs-Greenhorns oder hartgesottene Könner und Kenner. Ungeachtet von Puristen-Geschrei oder dem Gemäkel von Clubpräsidenten und anderen Originalitätsfetischisten stellt dieses 140 Cabriolet einen reizvoll weiter gesponnenen Gedanken der Coune-Amazone dar, die man passend neben dem erfrischten 140 Cabriolet platzieren könnte.

Hierfür wären nur zwei Hürden zu nehmen: Zum einen die 140er-Restaurierung, zum anderen das Auftreiben von mindestens einer der zwei überlebenden Coune-Schöpfungen.