Der Don – Pontiac Firebird Trans Am

Der Don – Pontiac Firebird Trans Am


Marktbeobachtung

Ein Don ist der Prinzipal der Familie, unangefochtenes Oberhaupt, mit Ehrfurcht und Respekt behandelt. "Don" kann ergänzt werden zu Donnervogel, auch das passte in diesem Fall, wenn sich der Pontiac Trans Am sich den Saft reinsaugt wie ein texanischer Feldarbeiter den Rotz durch die Nase. Schmeckt, macht satt und hat keine Kalorien.

"DON" steht auch auf seinem kreuzbraven deutschen Nummernschild, was für das noch kreuzbravere Donauwörth steht. Unschwer, sich vorzustellen, wie rythmisch  pulsierende 604 PS aus zwei Endrohren Renaissance-Giebel in Schwingung bringen und Alteingessesene in Wallung. Dazu muss man noch nicht mal T. Justice heißen und Sheriff – pardon: Landrat – sein, wie 1978 im eigentlich unsäglichen "Bandit"-Film mit Burt Brusthaartoupet Reynolds.

Lächerliche 310 PS hatte der Trans Am im Ölkrisenjahr 1973, was der Regierung der USA noch zuviel war. 7,5 Liter Hubraum reichten für 217 Sachen Spitze und für knapp sechs Sekunden auf 100, wohlgemerkt auf glatten Geraden, denn ein Firebird Trans Am war zwar immer ein Muscle, nie jedoch ein Sports Car. Mit 290 PS den Emmissionsrichtlinien angepasst, verkaufte sich das bis dato stärkste Pony Car immer noch fabelhaft. Zu Recht.

Der hier angepriesene Netzfang haut noch mal ordentlich mehr auf die Mütze. Sorgfältig abgezählte 604 PS lassen nicht nur auf Donauwörther Kopfstein die Zähne klappern, bis der Kickdown kommt, auch Details wie die versteifte Kardanwelle, ein verstärktes Automatikgetriebe und neue Schmiedekolben fördern anerkennendes Zungenschnalzen. Habe ich erwähnt, dass die 310-PS-Version von 1973 tatsächlich (immerhin runde) Trommelbremsen hatte? Wow, America!

Hätte doch nur Reynolds damals schon seinen Trans Am aus Deutschland re-importiert, mit den oben genannten Features hätte man sich zumindest die Peinlichkeit von extraschnell abgespulten Fahrszenen erspart. Wer also keine Lust auf Kultiviertheit à la Alpina B7 Turbo verspürt, lieber Double Cheeseburger mit Spareribs und einer Portion Schinken dazu goutiert, kommt im Trans Am voll auf seinen Geschmack. Und wird die Kalorien gleich wieder los, weil einem die über 600 Pferdchen das Unterhautfettgewebe derart massieren, dass es an den Rippen scheuert. Den eigenen, wohlgemerkt. Endlich. Endlich mal ein amerikanisches Auto, das zum Begriff "Fast Food" passt. Mahlzeit. Raaaaaaarrrrr ... !