Citroën CX 25 GTI

Citroën CX 25 GTI


Marktbeobachtung

Kennen Sie noch diese TV-Werbung aus den 70ern? Tolle Fensterburkas wurden dort mit dem Slogan "ADO mit der Goldkante" feilgeboten, und der zeitgenössische Citroën CX fungierte bestens als automobiles Pendant mit Kantenrost. Immerhin sah er damit immer noch 17 Mal besser aus als die abgetakelte Werbetante mit ihrem Colgate-Lächeln und ihrem albernen Stubenfetzen.

Was Fantomas seine DS, ist Schimanski sein CX: ein unverwechselbares Markenzeichen. Wiedererkennen würde man den CX jedoch auch so allemal, wenn nicht an seiner geduckten Form, dann doch an seine rostbraunen Ansätzen. Nun werden einigeUnwissende einwenden wollen: Im Alter gelten beim Menschen die unweigerlich grauen Schläfen eher als Charaktermerkmal denn als Zeichen des Siechtums. Schon richtig, mes amies. Aber der CX war nicht alt, als er die ersten braunen Kondensstreifen verzeichnete. Er war neu. Deshalb fuhren die meisten CX nur mit einem Umweg über die Polierabteilung in die Neuwagenhallen der Händler.

Vielleicht war das hierdurch bedingte und fast sofort einsetzende Verschwinden des CX aus dem Straßenbild gar nicht das Schlechteste für den Kult-Status der Sänfte von der Seine. Denn, mal Hand auf den Rostfleck: Wer würde den CX goutieren, führe er noch massenhaft um uns herum? Wie? Was meinen Sie? Jeder?

Stimmt.

Sie haben Recht.

Niemand weint einem Opel Kadett D ein Träne nach, nur weil er selten geworden ist. Niemand würde einen Ford Sierra vor dem Hochofen retten. Eher wäre man geneigt, nochmal nachzutreten. Aber ein CX dürfte uns gut und gern jeden Tag begegnen. Obwohl es sich mit den eleganten Flundern aus Paris so verhält wie mit allen anderen französischen Hauptstadtdiven: Sie zippen rum und nerven. Aber man kann sich ihnen nicht entziehen.

Kurz gesagt: So hinterließ uns der Erblasser DS einen würdigen Nachfolger. Und dies in jeder Hinsicht. Allerdings wirkte der bei seinem Erscheinen längst nicht so revolutionär, wie die "Göttin" es einst vorexerziert hatte. Das war auch nicht wiederholbar, dennoch tat Citroën alles, um seinem Ruf als Nonkonformisten unter den Automobilbauern gerecht zu bleiben. Mit mühelosem Erfolg. Der CX war schön, extravagant, dynamisch und anfällig. Man versank in Raumfahrtsitzen, dessen Bezugsstoff sich fast so schnell in seine Bestandteile auflöste wie eine Ariane-Rakete startete. Unter einem Baldachin funzelte einen der sogenannte Lupentacho und andere im Delirium designte Anzeigen an, die genau das Gegenteil von dem taten, was sie sollten. Nämlich den Fahrer informieren. So allerdings wurde man nicht von unnützen Dingen abgelenkt vom atemberaubend geschwungenen Armaturenbrett, der eleganten Frontscheibenkanzel mit dem Einarmwischer und dem leisen Zischen der Servolenkung. Man fuhr gleichermaßen entrückt und hellwach im CX. Dazwischen gab es nichts.

Der aktuell angebotene Wagen ist ein seltener Vertreter der ersten Serie. Damit besitzt er die filigranen Chromstoßfänger und auch sonst einen eher geringen Plaste-Anteil. Das Interieur präsentiert sich, ebenso wie die Mechanik und das Blechkleid, in einem geradezu phantastischen Zustand, was wohl vor allem dem geringen Kilometerstand geschuldet ist. Darüber hinaus ist dieser CX aus Erstbesitz ein klassischer GTI des späten 20. Jahrhunderts, mit 2.4-Liter-Maschine, 130 PS, 198 km/h Spitze und dem dazu passenden Verbrauch von 14 Litern Super.

Hinzu gesellen sich bei einem CX die unergründlichen und unausweichlichen Risikogruppen-Features wie anfällige Elektrik, lebende Elektronik, tückische Hydropneumatik und grenzenloser Gammel. Letzter verbeißt sich besonders gern in Schweller, Kotflügel, Radhäuser und Türunterkanten. 

Noch etwas vergessen? Ja: Überspringen Sie den vorherigen Absatz und vereinbaren Sie eine Probefahrt in Ostfriesland. Denn der dort angebotene CX 25 GTI ist so gut wie ein neuer CX. Nur ohne Rostansatz.

Das Angebot finden Sie hier.