Buick Riviera 1964: Sonnenseite des US-Designs

Buick Riviera 1964: Sonnenseite des US-Designs


Marktbeobachtung

Ein Auto wie eine Skulptur von Umberto Boccioni, schockgefroren im Zustand der nachhaltigen Beschleunigung und mit deutlich italienischen Anklängen: Die erste Generation des Buick Riviera ist stilistisch von seinen Nachfolgern nie wieder erreicht worden.

Bill Mitchell konnte nicht nur die Corvette Stingray. Er schuf auch den epochalen Buick Riviera, der in der Masse der US-Chrommonster eine der eigenständigsten und herausragendsten automobilen Skulpturen darstellte – und als erstes amerikanisches Auto bewies, dass US-Käufer auch Fahrzeuge kaufen, die nicht allein durch ihr explodiertes Weihnachtsbaum-Lametta beeindrucken.

Verhalten der GM-Neobarock, fließend die Formen, unterschwellig aggressiv und technisch weit fortgeschritten – voilà. „Lasst sie aussehen, als könnten sie Euch etwas antun!“, lautete Mr. Mitchell’s Appell an die Autodesigner, und wenn jemand so etwas sagen durfte, dann er. Mitchell selbst war 17 Jahre lang Vizepräsident der Designabteilung von General Motors.

Sein Riviera der Jahrgänge 1963 bis 1964 setzte Akzente für viele zeitgenössische US-amerikanische Automobile. Front- und Heckscheibe waren geklebt, ebenso wie Segmente der Karosserie. Hier nun steht ein Exemplar der amerikanischen Kreuzung aus französischer Noblesse, amerikanischem Muskelspiel und italienischem Temperament zum Verkauf. Selbst auf den Bildern, die ihn in schnöder Gesellschaft eines Audi V8 im Showroom zeigen, verströmt der Riviera seine Aura aus Gran Turismo und anklingendem Musclecar. Für 19.500 Euro kann man entweder den Riviera erwerben oder 5,5 Audis. Selbst Walter de´Silva hätte für Ersteres Verständnis.