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Benz

Benz

Carl Benz hat das Automobil erfunden. Auf diese Ansicht hat sich die Mehrzahl der Historiker geeinigt, wobei man allerdings auf eine präzisere Formulierung Wert legt: Unter den Konstrukteuren, die Mitte der Achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts an einem Automobil bastelten, war Benz der erste, der seine Konstruktion zum Funktionieren brachte. Im Juli 1886 bewegte er seinen Patent-Motorwagen zum ersten Mal im öffentlichen Straßenverkehr, zwei Jahre später bewies seine Ehefrau die Tauglichkeit des Fahrzeugs mit der ersten Langstreckenfahrt der Geschichte. So wie die Daimler Motoren Gesellschaft ein Jahrzehnt später in Emil Jellinek ihr Vertriebsgenie fand, verdankte Benz&Cie einem Franzosen namens Emile Roger die Grundlagen ihres Wachstums. Zwischen 1891 und seinem plötzlichen Tod 1898 nahm Roger den Löwenanteil der Fahrzeugproduktion von Benz&Cie ab. Roger war so bedeutend für Benz, dass er die Autos sogar unwidersprochen unter dem Markennamen Roger-Benz verkaufte.

Der schicksalhafte Mercedes

 Dank Emile Roger konnte Benz deutlich früher als Daimler eine stabile Serienproduktion von Autos erreichen. Benz konnte diesen Vorsprung erhalten – bis 1901, als Daimler den ersten Mercédès auf den Markt brachte. Dem hatte Benz nichts entgegen zu setzen. In einer schnellen Entscheidung holte man den Franzosen Marius Barbarou ins Haus (Frankreich war noch immer das Kernland des Automobils), der eine völlig neue Palette anstieß. Carl Benz war nicht glücklich darüber, dass die Öffentlichkeit einen jungen Franzosen als Kopf hinter der neuen Baureihe sah. 1903 zog er sich darum aus seinem Werk zurück, blieb jedoch bis zu seinem Tod 1929 im Aufsichtsrat. Doch auch ohne den Firmengründer konnte Benz&Cie in den folgenden Jahren den Rückstand auf den großen Konkurrenten Daimler aufholen und mit dem Blitzen-Benz , einem gewaltigen Rennwagen 1909 sogar übertrumpfen.

Stabilität erst in der Fusion

 Die letzten Jahre des Kaiserreichs brachten Benz&Cie recht ordentliche Verkaufszahlen, vor allem aber mit der Übernahme der Süddeutschen Automobilfabrik in Gaggenau den Einstieg ins Nutzfahrzeuggeschäft. Die Nachkriegszeit gestaltete sich für Benz dagegen eher schwierig. Die Stückzahlen reichten nicht für tragfähiges Gedeihen, konstruktiv fehlten die richtigen Ideen. Eine Kooperation mit Rumpler brachte öffentliches Aufsehen, aber wenig Erfolg. Benz&Cie hätte die Weltwirtschaftskrise von 1929 ebensowenig überstanden wie die Daimler Motoren Gesellschaft, wenn man sich nicht zusammengeschlossen hätte. Die Fusion begann 1924 mit einer Vertriebsunion und mündete 1926 in eine offizielle Vereinigung. Das klappte sogar ganz hervorragend – nach einer vergleichsweise kurzen Abstimmungsphase griffen tatsächlich Synergien und bald nahm die Daimler-Benz AG richtig Fahrt auf. Carl Benz gründete übrigens 1906 in Ladenburg die Firma C. Benz Söhne und nahm die Produktion von Automobilen wieder auf. Nennenswerten Erfolg hatte er damit allerdings nicht. 1924 stellte C. Benz Söhne die Autoherstellung ein und begann eine erfolgreiche Entwicklung als Zulieferer.

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