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Audi

Audi

Audi

Einfach genial

Es gibt wohl kaum ein anderes Autologo, das eine derart einzigartige und bunte Firmenentwicklung so genial und einfach repräsentiert, wie die vier Ringe der Audi AG aus Ingolstadt. Die Wurzeln der Firma die heute für innovative, und sportliche Fahrzeuge steht, reichen fast bis zur Geburtsstunde des Automobils zurück.

Die frühen Anfänge

Horch

August Horch, der nach seiner Schmiedlehre eine Ingenieurausbildung am Technikum in Mittweida/Sachsen beendete, gründete im Jahre 1899 mit einem Startkapital von 30.000 Mark die Firma Horch mit Sitz in Köln-Ehrenfeld. Zwei Jahre später verließ das erste Automobil mit einem 5 PS Motor seine Werkshalle, welche in den frühen Anfängen ein alter Pferdestall war. Das Unternehmen expandierte mit Erfolg: bereits 1903 wandelte man die kleine Firma von einst, in eine Aktiengesellschaft um und verlegte den Sitz des Unternehmens nach Zwickau. Von Beginn an zeichneten sich Automobile der Firma Horch durch technische Innovationen, hohe Qualität und Luxus aus. Horch war beispielsweise die erste deutsche Firma, die erfolgreich einen Vierzylinder in ein Automobil verbaute. Neben dem sächsischen König entschieden sich vor allem prestigeträchtige und wohlhabende Kunden für Automobile von Horch.

Audi

Nach Streitigkeiten mit seinen Teilhabern, verließ August Horch jedoch 1909 das Unternehmen und gründetet danach in Zwickau die „August Horch Automobilewerke GmbH“. Ein Klage seines zuvor verlassenen Unternehmens Horch, ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Horch wurde die Nutzung seines eigenen Namens für die neue Firma gerichtlich verboten. Dieser Umstand sollte auf kuriose Weise zu dem Namen führen, der heute auf der ganzen Welt bekannt ist: im Kaminzimmer von Franz Fikentscher, einem langjährigen Freund von August Horch, hatte man sich über einen neuen Firmennamen den Kopf zerbrochen. Zufällig war auch der zehnjährige Sohn von Franz Fikentscher anwesend, der in seiner kindlichen Unbefangenheit den Namen „Horch“, einfach ins Lateinische übersetzte: Audi.

Wanderer

Fast zeitgleich öffneten sich 1885 im 450 Km entfernten Chemnitz die Fabriktore der Firma Wanderer. Die beiden Unternehmer Johann Baptist Winkelhofer und Richard Adolf Jaenicke setzten den Fokus ihrer Firma zuerst auf den Verkauf und die Reparatur von Fahrrädern. Man beschränkte sich jedoch nicht lange auf die Rolle des Wiederverkäufers. Schon wenig später produzierte man selbst Hochräder, verfeinerte die Herstellungsverfahren, wuchs und bot stolz im Jahre 1902 das erste Motorrad aus eigener Fertigung an. Keine zehn Jahre später begann die Firma Wanderer zudem Mittelklassenautomobile zu bauen, die aufgrund ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit, gleichermaßen geschätzt und bekannt waren. Ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise, schrieb die Automobilabteilung von Wanderer jedoch tiefrote Zahlen, weshalb die Geschäftsführung Überlegungen anstellte, der Lage durch einer Fusion Herr zu werden.

DKW

Im selben Jahr, in dem die Firma Wanderer bereits ihr erstes Motorrad den Kunden zum Kauf anbot, ließen sich der Däne J. Skafte Rasmussen zusammen mit seinem Kompagnon Carl Ernst die Firma„Rasmussen und Ernst“ ins Handelsregister der Stadt Chemnitz eintragen. Zwar bot die Firma ein großes Sortiment von Teilen für Dampfmaschinen bis hin zu Haushaltsgeräten, dennoch liefen die Geschäfte eher schlechter als geplant. Finanziellen Aufwind brachten erst die Rüstungsaufträge der deutschen Armee: während des ersten Weltkrieges produzierte die Firma Granatzünder, sodass die Kapazitäten der Produktionsanlagen über Jahre voll ausgelastet werden konnten. Zusätzlich wurden große Transportfahrzeuge gebaut, die mit ihren Dampfkraftantrieben in der Lage waren, schweres Material an die Frontlinien zu schaffen. Weil der Bedarf an diesen monströsen Kisten nach dem Krieg prompt nachließ, verließ die Unternehmung im Jahre 1921 vorerst den geschäftlichen Pfad der Kraftwagenfertigung. Der Name DKW als Kürzel für „Dampfkraftwagen“ wurde jedoch beibehalten, obwohl die Firma ein Jahr später äußerst erfolgreich zweitaktbetriebene Motorräder herstellte und verkaufte. 1925 kaufte DKW den Automobilhersteller Slaby-Beringer und begann heckgetriebene Kleinwagen zu entwickeln. Anfänglich griffen die Konstrukteure auf die bewährten Zweitaktmaschinen aus dem Motorradbau zurück. Die Automobile verlangten jedoch nach immer höherer Leistung und so entwickelte DKW einen neuen Viertaktmotor, dessen Zylinder ursprünglich aus Ladepumpen stammten. Diese Motoren verfügten über eine angemessene Leistung von bis zu 32 PS, entpuppten sich jedoch als störanfällige Quälgeister, sodass hohe Garantiekosten den Gewinn schmälerten. Trotzdem erkannte die DKW die goldene Zukunft des Automobils und sicherte sich saftige Kredite von der sächsischen Staatsbank. Die Zukunft in einer derart vielversprechenden Branche wollte man sich, wenn nötig, durch Übernahmen von kleineren Automobilbauern sichern.

Aus vier mach eins!

Auto Union AG

Auch vor der noch jungen Automobilbranche machte die Weltwirtschaftskrise keinen Halt. Viele Unternehmen mussten in diesen Zeiten einschneidende Rationalisierungen durchführen: es wurden Werke geschlossen, Arbeiter entlassen und Teile der Produktion aufgegeben. Die vier wichtigen Automarken: Horch, Audi, Wanderer und DKW bezogen den Großteil ihres Kapitals von der sächsischen Staatsbank, dessen Vorstandsmitgliedern sich der gegenwärtigen Lage durchaus bewusst waren: die Geschäftstätigkeiten waren nur noch durch hohe Kredite auf Dauer zu sichern. Die Konkurrenzsituation zwischen den vier Unternehmen beschleunigte die Schuldenbildung zunehmend. Als dann bei dem Edelkarossenbauer Horch bereits die fälligen Krankenkassenbeiträge der Fabrikarbeiter gemahnt wurden, gaben die Unternehmen dem Druck der sächsischen Regierung und der Staatsbank nach und Gerüchte über die Bildung eines neuen Autokonzerns machten die Runde. Der sächsische Landtag billigte am 1. Februar 1932 die Fusion und es vereinigten sich Horch, Audi, Wanderer und DKW zur Auto Union AG ,die mit rund 4.100 Mitarbeitern nach Opel, zum zweitgrößten, deutschen Autokonzern avancierte. Vier ineinander greifende Ringe, symbolisierten den Zusammenschluss. Das Unternehmen wuchs und florierte. 1938 beschäftigte die Auto Union AG bereits über 22.000 Mitarbeiter, baute die fünfzigtausendste Einheit des Mittelklassewagens W24 und feierte mit dem legendären Rennwagen „Typ A – D“ Erfolge auf der Rennstrecke.

Und es wurde Audi

Das Ende der Auto Union kam prompt mit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Die Werkshallen in der russischen Besatzungszone wurden entweder in Rekordzeit demontiert und in die Sowjetunion abtransportiert, oder unter der DDR -Führung verstaatlicht. Auch die Amerikaner legten die Werkshallen in ihrer Zone still. Am 17. August 1948 wurde die Auto Union AG aus dem Handelsregister gelöscht. Im Januar 1949 begann man mit Krediten der bayrischen Regierung und dem Marshallplan eine Neugründung der Auto Union zu realisieren. Es entstand das “Zentraldepot für Auto Union-Ersatzteile GmbH” in Ingolstadt. Unter dem Namen DKW begann man hier das erste, neue Model nach dem Krieg zu bauen: den DKW – Schnelllaster, einen kleinen Transporter mit Frontantrieb und 20 PS. Motorräder vom Typ RT 125 verließen ebenfalls wieder die Produktionsbänder in Ingolstadt. In Düsseldorf wurde die Produktion von zweitaktbetriebenen Mittelklassewagen der Typen „F89 und F12“ aufgenommen. Die Konjunktur zog langsam wieder an und die Auto Union war mit ihren DKW–Modellen für das bald folgende Wirtschaftswunder so gut aufgestellt, dass Daimler Benz die Unternehmung 1958 aufkaufte. Daimler musste jedoch erkennen, dass die Tage für zweitaktbetriebene PKW gezählt waren.Zwar hatte die Mobilität in der Bevölkerung noch einen vorrangigen Stellenwert, doch mit den Einkommen stiegen auch die Ansprüche der Kunden an die Fahrzeuge. Immer weniger Fahrer wollten mit unsouveränen Knattern und blauen Abgasspuren durch die Nachbarschaft, oder gar in den Urlaub fahren. Um diesen eindeutigen Trend gerecht zu werden, entwickelten die Ingenieure von Daimler neue Motoren, speziell für die DKW -Modelle: wassergekühlte Viertaktmotoren, deren höhere Verdichtung zwischen Benzinern und Dieselmotoren lag und den Benzinverbrauch dabei etwas reduzierte. Zwischen 1964 und 1968 verkaufte Daimler jedoch die Auto-Union samt der neuen Motoren an Volkswagen. Daimler wollte lieber selbst entwickelte Modelle mit Stern im Mittelklassesigment etablieren. Als daraufhin unter der Leitung von VW die neue Motorenpalette in die DKW Fahrzeuge Einzug hielten, beschloss man mit einer neuen Namensgebung endgültig weg vom Zweitakt-Image zu kommen: und so liefen die Fahrzeuge fortan unter dem Namen Audi vom Band. Die vier Ringe wurden zu Ehren der bewegten Entstehungsgeschichte der Marke Audi beibehalten. 1969 erfolgte eine Fusion mit dem Automobilhersteller NSU . 1985 wurde die Audi NSU Auto Union AG in Audi AG umbenannt.

Audi Modelle

  • Typ R Imperator

    Der Audi Typ R wurde 1927 entwickelt und kam 1928 als Hoffnungsträger für die Firma auf den ...

  • 50

    Der Audi 50 (1974 – 1978) Die Entwicklung Ende der 60er Jahre, als man bei VW noch standhaft an ...

  • 100 C1 Coupé S

    Die Realisierung der Karosserievariante des AUDI 100 Coupé S wird wie schon die Entwicklung der ...

  • 80 B1

    Das Modell Audi 80 B1 wurde zwischen 1973 und 1976 gebaut und schöpft seine Leistung von 74/100 ...

  • 200 C3

    Das Modell Audi 200 C3 wurde zwischen 1988 und 1990 gebaut und schöpft seine Leistung von 162/220 ...

  • 100 C2

    Der Audi 100 C2 wurde als Nachfolger des in über 800.000 Exemplaren gebauten Vorgängers C1 im ...

  • 80 B2

    Das Modell Audi 80 B2 wurde zwischen 1982 und 1984 gebaut und schöpft seine Leistung von 100/136 ...

  • 225


  • Front


  • Sport quattro

    Das Modell Audi Sport quattro wurde zwischen 1984 und 1985 gebaut und schöpft seine Leistung von ...

  • Coupé B2

    Das Modell Audi Coupé B2 wurde zwischen 1980 und 1987 gebaut und schöpft seine Leistung von 100/136 ...

  • 80 B3

    Das Modell Audi 80 B3 wurde zwischen 1986 und 1990 gebaut und schöpft seine Leistung von 85/115 ...

  • 100 C3

    Das Modell Audi 100 C3 wurde zwischen 1986 und 1990 gebaut und schöpft seine Leistung von 121/165 ...

  • 200 C2

    Das Modell Audi 200 C2 wurde zwischen 1979 und 1982 gebaut und schöpft seine Leistung von 125/170 ...

  • 100 C1

    Nach dem Niedergang der DKW -Zweitakt-Ära in den 60er Jahren wurde unter der Geschäftsleitung von ...

  • F103

    Nach der Vorstellung des F102 war bei DKW die Enttäuschung über mangelnde Nachfrage nach dem ...

  • 920


  • Zwickau Typ SS