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Alvis

Alvis

Alvis Automobile

Bereits 1914 gründete Geoffrey de Freville, der Mitarbeiter bei den Brüder Bentley war, die Firma Alvis. Es wurden die Alvis – Kolben aus Aluminium hergestellt. Der Firmenname kann von nichts abgeleitet werden und wurde wegen seines guten Klangs gewählt. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Firma Alvis an den Ingenieur Thomas George John verkauft. Es wurde der Firmenname „Alvis“ und Baupläne für einen leichten Motorwagen erworben.

Ab 1919 wurden von der Firma TG John and Co. Ltd stationäre Motoren, Vergaser und Auto-Skooter hergestellt. Die Bauzeichnungen von de Frevilles wurden in TG Johns Fabrik in die Tat umgesetzt und es entstand das Alvis 10/30 Automobil. Der schnittige Sportwa-gen mit dem 4Zylinder Motor ging 1920 in Serie. Der Alvis 10/30 war ein voller Erfolg und seit diesem Zeitpunkt wurde das Firmenlogo das umgedrehte rote Dreieck mit der Inn-schrift „ALVIS“ verwendet. Die Firma TG John and Co. Ltd übersiedelte in die Holyhead Road in Coventry und änderte den Firmenname in Alvis Car and Engineering Company Ltd.

Trotz guter Anfangserfolge war das Jahr 1922 eher ein Krisenjahr, daher wurden die Bu-ckingham Kleinwagen in Lizenz gefertigt. Es waren luftgekühlte Fahrzeuge mit zwei V-förmig angeordneten Zylindern. Um die Produktivität zu erhöhen wurden noch Ingenieur T.G. Smith und Chefkonstrukteur W.M. Dunn eingestellt, diese Partnerschaft hielt 25 Jah-re. Die finanzielle Lage hat sich verbessert, daher wurden ab 1923 nur mehr eigene Kon-struktionen erzeugt. Der neu Entwickelte 12/50 war das bedeutendste Modell für Alvis und der Nachfolger von dem Typ 10/30. Es wurden für die neue Modellreihe ein stärkerer Rahmen und ein Motor mit hängenden Ventilen entwickelt.

Die sportliche Ausführung des 12/50 mit dem charakteristischen Entenschwanzheck fuhr einige Rennen. Der Sieg beim 200 Meilen Rennen in Brooklands 1923 war der größte Erfolg, jedoch der finanzielle Erfolg blieb aus. Durch die Finanzprobleme der Firma Alvis wurde die Geschäftsführung 1924 unter die Zwangsbewirtschaftung gestellt. Durch einen neuen Finanzplan, geringe Preisanhebung und Kosteneffizienz gelang es aus der Krise zu kommen.

1927 ist der 14/75 als erster mit einem 6Zylindermotor/1870cm³ erschienen. 1929 folgte der Silver Eagle mit 6Zylinder und 2148cm³.

Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit den Merkmalen der Brooklands Siegerwagen war groß. Doch man wagte eine Neukonstruktion mit Vorderradantrieb. Der Prototyp führte dazu, dass die Firma Alvis den ersten Vorderrad angetriebenen Sportwagen mit 1482cm³ herstellte. Ab 1928 wurde der Alvis FWD mit 4Zylinder Motor in Serie bis 1929 gebaut und belegte zahlreiche erste Plätze. Die 24 Stunden von Le Man’s 1928 gewann der FWD in der Klasse bis 1500cm³. Der frontgetriebene Alvis wurde für den Spezialmarkt gebaut, doch ein immer größer werdender Kundenkreis entschied sich für den FWD der auch als Limousine oder Touringmodell.
Der Alvis front-wheel-drive Rennwagen 8/15 mit 8Zylindermotor/1491cm³ Kompressor 125Ps erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 125km/h und wurde von 1929 bis 1930 gebaut.

1932 wurde der Speed 20 mit einem 6Zylindermotor, überarbeiteten Rahmen, einem 2511cm³ und 87Ps eingeführt. Der Speed 20 war der Anfang einer erfolgreichen 6Zylindermotor Reihe, es folgten der Speed 25, der 4,3Liter sowie der Silver Crest. Es war die erfolgreichste 6Zylinder Reihe.

Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ging noch der 12/70 mit 4Zylindermotor, 1842cm³ und 72Ps in Serie. Es war der Wagen der nach dem Krieg als erster modifiziert wurde und als T14 auf dem Markt kam. 1940 wurde die Pkw Herstellung vorübergehend eingestellt.

Kurz nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges erschien der TA 14 mit 4Zylindermo-tor/1892cm³ und 65Ps. Bereits 1950 baute man wieder 6Zylindermotoren für die Type TA 21. Es wurde wieder erlesene Luxusfahrzeuge mit 3Liter Motoren gebaut.

Beim Londoner Autosalon 1953 wurde der TC 21/100 Grey Lady, eine Sonderausführung mit 6Zilyndermotor/2993cm³, 101Ps vorgestellt. Jedoch wurde die Produktion 1950 wieder eingestellt, da die Mulliners von Standard Motor Company aufgekauft wurde. Der Schwei-zer Karosseriebauer Graber stellte Ende 1954 den Alvis GT vor. Trotz hoher Leistung, guter Fahreigenschaften und einwandfreier Verarbeitung blieb der Kundenkreis des GT wegen zu hoher Kosten aus.

Beim neuen TD 21 wurden dann schon Bauelemente von Austin Healey (manuelles Ge-triebe) und Borg Warner (automatisches Getriebe) verwendet. Im August 1962 wurde der TD 21-II mit vier Scheibenbremsen und Karosserieteile aus Aluminium bis 1967 gefertigt.

Der Prototyp Rover – Alvis P6-BS ist ein 2-türiges Coupé, das Rover und Alvis 1967 ge-meinsam entwickelten. Der Wagen hatte ein ähnliches Design wie der VW-Porsche 914 und war mit dem Frontmotor Rover-V8, mit 2 SU-Vergasern, 3528cm³, 150Ps bei 5000U/min ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 224 km/h, jedoch eine Serienfertigung fand nicht statt und es blieb beim Prototyp.

Die Firma Alvis stellte Fahrzeugtypen vom Sedan bis Rennwagen her und die Karosserien wurden bei den renommierten Karosseriebauern hergestellt (einige davon: Mulliners, Gra-ber, Cross & Ellis, Mayfair, Bertelli, Whittingham & Mitchell). Trotz allen Bemühungen wurde die Automobilproduktion 1967 eingestellt.