Fridolin Volkswagen

Fridolin

Technische Daten

Hersteller Volkswagen
Baujahr 1964 - 1972
Werkscode Typ 147

Offiziell hieß dieses Auto Volkswagen Typ 147 Kleinlieferwagen.Es entstand nach Wünschen der Deutschen Bundespost, die Anfang der Sechziger ein neues Fahrzeug für die Briefkastenleerung suchte. Der bis dahin verwendete Käfer war zu klein geworden und konnte dem wachsende Briefvolumen nicht mehr Herr werden. Außerdem stellten sich konventionelle Türen im Stadtbetrieb als hinderlich heraus, oft konnte man sie nicht vollständig öffnen, oder man behinderte den fließenden Verkehr. Diesem Problem sollte mit Schiebetüren abgeholfen werden, auf deren Verwendung die Post bei der Auftragserteilung bestand. Der Wagen sollte außerdem bis zu 400 kg oder zwei Kubikmeter Last befördern können und im Unterhalt möglichst kleine Ansprüche stellen. Da Versuche mit dem Goggomobil-Transporter gescheitert waren, wand sich die Bundespost an Volkswagen. Dort gab man die Entwicklung an die Westfalia-Werke in Wiedenbrück weiter. Bei Westfalia hatte man bei einigen Umbauten für die Post Erfahrungen sammeln können. Da Volkswagen als Hersteller firmierte, flossen nur Teile und Komponenten aus dem VW-Regal in den Fridolin ein. Wenig überraschend mutet daher die Wahl des Heckmotors an, dessen Unterbringung allerdings zu Einschränkungen der Laderaumnutzung führte.

Ein karger Dienstleister

 Die vordere Haube beherbergt den Kraftstofftank und zeigt darüber hinaus wenig Neigung, weiterer Ladung Platz zu machen. Die im Lastenhaft geforderten Schiebetüren waren für das Be- und Entladen besonders wichtig, denn von hinten hätte die Ladung über den Motor gewuchtet werden müssen. Mit dem kleinen luftgekühlten Boxer hatte man keinen Heißblüter ausgewählt, sportlichem Ehrgeiz standen auch die unterdurchschnittlichen Verzögerungswerte der Trommelbremsen im Weg. Für die Schweizer Post wurde beidem abgeholfen, diese bestellte den Fridolin mit mehr Leistung, Scheibenbremsen vorn und zusätzlichen Eckfenstern an den Hinterkanten der Karosserie. Der skurril geformte Dienstleister gewann viele Sympathien bei denen, die ihn nur von weitem sahen und nicht benutzen mussten. Die Post hatte eben bekommen, was sie bestellt hatte – immerhin nahm sie knapp 5000 Exemplare ab, die Schweizer Post weitere rund 1200 Stück. 1973 wurde die Fertigung des Fridolin nach neunjähriger Bauzeit eingestellt. Leider entsprach die Rostvorsorge dem damals üblichen Minimum und verkürzte die Lebenserwartung der Fahrzeuge erheblich, so dass heute von einer Gesamtauflage von 6139 Stück nur noch rund 200 Exemplare bekannt sind.Woher der Spitzname stammt, ist nicht belegt. Er ist jedoch so einleuchtend, dass er den VW Kleinlieferwagen von Anfang an begleitete.

Modellvarianten Fridolin

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