Carsablanca   Oldtimer-Lexikon » Marken »

Sunbeam

Sunbeam

Dies ist die seltsame und insgesamt betrübliche Geschichte einer Marke, deren Name eigentlich klangvoll sein könnte. Leider fiel sie Menschen in die Hände, die sich gern Lorbeerkränze aufs eigene Haupt steckten, aber nicht das Format von Julius Cäsar hatten. Wie viele frühe Automarken hat die Sunbeam Motor Car Co. aus Wolverhampton, England, ihre Wurzeln im Fahrradbau: 1899 gegründet, kam 1909 Zug in das Unternehmen, als der Franzose Louis Coatalen Chefkonstrukteur wurde. Der Mann hatte gute Ideen, wusste sie durchzusetzen und steuerte Sunbeam in eine betont sportliche Richtung – unter anderem trat die Marke in den populären Wettkampf um den Geschwindigkeitsweltrekord ein. Werksfahrer Sir Henry Segrave konnte 1927 mit dem 1000 PS-Sunbeam den Rekord erringen. Die ersten Kleinimperatoren, die das Schicksal von Sunbeam in die Hand nahmen, war eine Gruppe von Finanzinvestoren. Die Herren bauten Sunbeam 1920 mit Darracq und Talbot in die STD Gruppe ein. Sunbeam baute hochwertige, sehr fortschrittliche und leistungsstarke Automobile, die sich als ausgezeichnete Basis für Renn und Rekordautos bewährten. Zwischen den Kriegen rangen die Titanen des Rennsports auf Rundkursen wie Brooklands und Le Mans miteinander, aber auch in einem heißen Kampf um den Geschwindigkeits-Weltrekord. In beiden Feldern gehörte Sunbeam unter der Führung von Louis Coatalen zu den Spitzenmarken.

Kampf um den Rekord 

 Besonderen Ruhm fuhr der 1000 PS-Sunbeam mit seinen zwei Flugmotoren ein: Dieses gewaltige Auto durchbrach 1927 zum ersten Mal die Schranke von 200 Meilen pro Stunde. Der Rekord hielt allerdings nur ein knappes Jahr. 1931 versuchte sich Sunbeam ein letztes Mal am Weltrekord und stellte dazu den enormen 48-Zylinder-Silver Bullet auf die Räder. Das Auto erreichte aber trotz einer errechneten Leistung von 4000 PS nicht einmal die Geschwindigkeit seines Vorgängers und verschwand schnell von der Bildfläche. Louis Coatalen zog sich zurück und Sunbeam war fortan nur mehr ein Schatten seiner selbst. Der Silver Bullet wurde der größte Sargnagel der STD -Gruppe. Der ohnehin konfuse Konzern verlor bald nach dem Fiasko vollends die Richtung und 1935 die Liquidität. Sunbeam lebte weiter als Teil der Rootes -Gruppe.

Sunbeam Modelle