2 Litres Simca

2 Litres

Technische Daten

Hersteller Simca

Eigentlich kann das Auto nichts dafür. Es wurde hineingesetzt in ein kaum auflösbares Gewirr aus Marken, die vor allem eins verband: Sie standen sehr dicht am Abgrund. Chrysler versuchte sich Mitte der Sechziger nach Vorbild von Ford und GM auf dem europäischen Markt zu etablieren, hatte zu dem Zwecke Simca gekauft aber leider den Markt nicht verstanden. Kein Wunder, dass der neue Simca 2 Litres dem Publikum von 1970 vorkam wie ein geschrumpftes US-Dickschiff.

Das eigentlich Schicksalhafte war aber die Abstammung: Der 2 Litres ist eigentlich ein Engländer. Die Rootes-Gruppe , ebenfalls im Zustand schwerer Schlagseite von Chrysler gekauft, hatte das Auto fürs eigene Programm entwickelt, dann aber nicht das passende Werk zur Verfügung gehabt. Also übertrug die Konzernleitung die Produktion des neuen Autos ans Simca-Werk in Poissy. Dort hatte man für den erzkonservativen Engländer (Starrachse!) wenig Verständnis, da man schon in den Sechzigern zum Frontantrieb übergegangen war.

Schwere Verarbeitungsmängel

  Also knorzten unwillige Simca-Arbeiter den Wagen zusammen, woraufhin sich die Kundschaft über schwere Verarbeitungsmängel beschwerte – zumeist allerdings nicht lange, weil die meisten 2 Litres (ebenso wie die schwächer motorisierten, aber äußerlich identischen Typen 160 und 180) spätestens nach fünf Jahren komplett zusammengerostet waren.

1978 warf Chrysler das Handtuch und zog sich waidwund zurück nach Auburn Hills, Michigan, während Peugeot zur Rettung eilte. Der unglückliche 160 hieß nun Talbot-Simca 1610 und musste sich bis 1981 durchschleppen. Zu dem Zeitpunkt stand er unter den aktuellen Neuwagen wie ein Neandertaler unter Bankangestellten.

Dieses Auto hat ein dermaßen erbärmliches Schicksal, dass man den wenigen Exemplaren, die noch verblieben sind, möglichst gefühlvolle Besitzer wünschen muss. Noch mehr Vernachlässigung haben sie wirklich nicht verdient.

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