1000 Simca

1000

Technische Daten

Hersteller Simca

Der Simca 1000 ist ein Kind des Kalten Krieges. 1962 vorgestellt, entstammt er einer unruhigen Zeit, als manch ein Finger über dem Abschussknopf für Atomraketen schwebte – doch tobte zur selben Zeit ein Glaubenskrieg in der Autoindustrie, und jedes neue Kompaktauto musste sich zu einer Seite bekennen.

So auch Simca – wer will der Firma übelnehmen, dass man sich für die Seite entschied, die sich später als die falsche herausstellte. Der Volkswagen , nicht nur in Deutschland die bestimmende Größe jener Ära, hatte den Motor hinten und verkaufte sich wie rasend. In England lief der Mini vom Band, bei der inländischen Konkurrenz R4 und Citroen 2CV – das waren die Widersacher im Glauben.  Fiat spielte wohl eine gewisse Rolle bei der Entscheidung – der Simca 1000 hat seine frühesten Wurzeln in Turin, neben dem Fiat 600 , dem er die Einbaulage des Motors und die Fahrwerkskonzeption verdankt. Das reflektiert die Verflechtung der Marken, immerhin entstand Simca als französische Fiat-Niederlassung.

So würde dieses Auto heute niemand mehr vom Reißbrett lassen 

 So also hatte der neue Simca den Motor hinten und damit eine Achslastverteilung von etwa einem Drittel zu zwei Dritteln. Heute würde ein solches Auto als völlig unfahrbar nicht einmal den Sprung vom Reißbrett schaffen, damals sorgten ein günstiger Preis und einfache Technik für beachtliche Verkaufszahlen. Die Presse scherte sich wenig um eine tänzelnd leichte Vorderachse und lobte den neuentwickelten Motor, ein kurzhubiges, drehfreudiges Aggregat, das nach geradezu nach Tuning winselt. Wer mit einer querliegenden Blattfeder an der Vorderachse leben konnte, hatte ein solides und alltagstaugliches Auto. Im Vergleich zum Käfer brachte der Simca 1000 dank seiner kantigen Karosserie zwei Trümpfe mit: immerhin vier Türen, dazu einen wahrhaftigen Kofferraum. Wenn man den Wagen aus einiger Entfernung betrachtet, könnte man meinen, einer ausgewachsenen Limousine gegenüber zu stehen. Diesem Irrtum sitzt man im Inneren des Simca aber nicht lange auf. Kleine, ausgesprochen weich und konturarm ausgeführte Sitzplätze stellen sicher, dass man sich schnell heimisch fühlen kann. Dem Fahrer reckt sich ein dünner, schwarzer Lenkradkranz entgegen, der Blick fällt auf einen schmalen Bandtacho, eine Tankuhr und wenige, wahllos verteilte Bedienungselemente. Damit entspricht der Simca ziemlich genau dem Standard seiner Zeit.

Ein guter Erfolg für Simca 

 Die Autobahn ist eher nicht sein Revier. Mangelnde Leistung, eine stuckernde Federung auf Querrillen und thermische Probleme bei hoher Drehzahl machen Langstrecken schwierig. Das eigentliche Element dieses Wagens sind kurvenreiche Straßen, in die man ihn regelrecht hineinwerfen konnte. Dementsprechend brachte Simca diverse Sport- und Rallye-Sonderausführungen heraus, die als Basis für recht ordentliche Wettbewerbsautos taugten.

Der 1000 schlug mit seinem Heckmotor eine verlorene Schlacht, aber er schlug sich allemal tapfer: Durch verschiedene Modellpflegemaßnahmen aktualisiert, blieb er immerhin bis 1978 in Produktion und brachte es auf über 1,6 Millionen Exemplare. Leider sah der Hersteller nur wenig Veranlassung, seinem Auto eine wie auch immer geartete Rostvorsorge angedeihen zu lassen, weshalb viele dieser kleinen, charismatischen Heckschleudern vorzeitig auf dem Schrottplatz landeten.

Modellvarianten 1000

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