944 Porsche

944

Technische Daten

Hersteller Porsche

   1976 steht die Autowelt Kopf: Porsche präsentiert die neue Baureihe, den Porsche 924 , ein Fahrzeug mit einer für Porsche sehr untypischen Form. Und vor allem ist der Motor nicht wie gewöhnlich im Heck – da hinten ist ja ein Kofferraum! Das soll ein Porsche sein? Mindestens ebenso ungewöhnlich wie das Design liest sich die Entwicklungsgeschichte des 924. Ursprünglich eine reine Auftragsarbeit für VW , bei der Porsche lediglich die Entwicklung unter Verwendung möglichst vieler Teile aus Regal des VW-Konzerns leisten sollte, fiel der 924 letztendlich eher zufällig in den Schoß von Porsche: kurz vor Fertigstellung kamen bei VW Zweifel an dem Verkaufserfolg des 924 auf. Porsche kaufte kurzerhand die Rechte an der Konstruktion und ließ den Wagen in Eigenregie bauen. Eine Entscheidung, die eingefleischte Porsche-Fans mit Kopfschütteln quittierten. Kritiker konnten sich nie mit der Tatsache anfreunden, dass das Herz des Porsche 924, ein 2 Liter-Motor aus dem Hause Audi war und dann auch noch in Front platziert wurde. Dabei war das genau der Clou des 924: Motor vorne, Getriebe hinten, der Kraftschluss erfolgt über eine Antriebswelle. Transaxle heißt diese Bauweise und tut ungemein viel für eine ausgewogene Gewichtsverteilung – der 924 war trotz seines Audi -Motors ein veritabler Kurvenräuber.  h6{margin-bottom: 0cm}. Sein Erbe

Vermutlich auch deshalb verkaufte sich der 924 sehr gut: Bis 1980 setzte Porsche fast 100.000 Einheiten des 924 ab, der Wagen hatte sich trotz aller Kritik etabliert. Trotzdem konnte sich Porsche nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Es waren schwere Zeiten für Porsche – zwar hatte das Unternehmen mit dem klassischen 911 und dem exotischen 8-Zylinder Porsche 928 zwei erfolgreiche Sportwagen im Programm. Doch der 911 begann im Absatz zu schwächeln und über Zuffenhausen schwebte schon lange die bange Frage, ob das Konzept des 911 mit seinem luftgekühlten Boxermotor noch Verkaufspotential besaß. Diese Frage hatte ja eigentlich der 928 beantworten sollen, der ursprünglich der Nachfolger des 911 hätte werden sollen, der jedoch weit hinter dieser Erwartung zurückblieb, geschweige denn mit seinen Absatzzahlen einen Konzern wie Porsche hätte über Wasser halten können. In dieser Lage bot die Basis des 924 ein erfolgversprechendes-, und kostensparendes Entwicklungspotential. Allerdings war man wohl auch bei Porsche die ständigen Witze über den „Hausfrauenporsche“ leid und entschloss sich, den Verunglimpfungen unmissverständliche Argumente entgegen zu setzen: Breitere Kotflügel, formschöne Seitenschweller und schnittige Verspoilerung an Front und Heck – der 944 machte mit seinem bulligen Auftritt nie einen Hehl daraus, was er war. Ein echter Porsche! h6{margin-bottom: 0cm}. Jetzt aber richtig

Auch im Motorraum sollte endlich Schluss sein mit den Missverständnissen. Keine gespielt unschuldigen Fragen mehr, ob es sich bei dem Wagen um einen Porsche oder einen Audi handeln würde. Schluss damit! Audi-Motor raus, rechte Zylinderbank des 928-V8 rein. Auf diese Art und Weise sparte Porsche Enwicklungskosten in Millionenhöhe, hatte endlich einen eigenen Motor in seinem Transaxle-Coupé und was für einen! Der Basismotor des Porsche 944 , ein 2479 cm³ großer Vierzylinder bestand komplett aus einer leichten Aluminium-Silizium-Legierung und leistete 163 PS.  Die Durchzugskraft des Porsche 944 war beeindruckend: bereits bei niedrigen Drehzahlen sprach der Vierzylinder gut an und zog vehement bis zur Leistungsobergrenze durch. Die entsprechenden Fahrwerte konnten sich in den frühen Achtzigern durchaus sehen lassen: Von 0-100 Km/h vergingen gerade einmal läppische 8,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei unglaublichen 220 Km/h. Aufgepasst! Zu dieser Zeit galt die 200 Km/h-Marke als Grenzwert, den nur wenige Fahrzeuge zu knacken vermochten. h6{margin-bottom: 0cm}. In einer anderen Liga

Das Fahrerwerk hinterließ ebenfalls jederzeit einen souveränen Eindruck. Der Wagen ließ sich in Kurven nur schwer aus der Reserve locken und machte durch eine beinahe perfekte Gewichtsverteilung von 48:52 den Grenzbereich auch für Alltagsfahrer zum Forschungsgebiet. In die Liga der Supersportwagen katapultierte Porsche den 944 ab 1989 mit der turbogeladenen Variante : Mit 250 PS stand die damals beispielsweise besser im Saft als der 3,2 Liter Saugermotor des Porsche 911. Bis Tempo 100 vergingen nur 5,9 Sekunden, Top-Speed war 260 Km/h. Unglaublich!  Die Lücke zwischen dem 944 mit 163 PS und der Turboversion wurde 1988 mit der Einführung der 944 S 2-Variante geschlossen. Diese verfügte über 211 PS, sprintete von 0-100 Km/h in 6,3 Sekunden und auch die Höchstgeschwindigkeit von 245 Km/h untermauerte den Anspruch eines echten Sportwagens.  h6{margin-bottom: 0cm}. Kassensturz

Dabei ist die größte Leistung des 944 noch mehr als die des 924, diese Werte bei nahezu uneingeschränkter Alltagstauglichkeit zu erreichen. Benzinverbrauchswerte irgendwo zwischen 10 – 12 Liter/100 km, Laufleistungen von über 300.000 Kilometern bei entsprechender Wartung und ausbleibender Rostbefall dank voll verzinkter Karosserie – kein Wunder, dass über 163.000 Porsche-Kunden beim 944 zugriffen.  Eine Zahl, die unverbesserliche Kritiker von 924 und 944 meistens lieber nicht in Petto haben. Wäre natürlich blöd, wenn man den Fortbestand der Marke und ihrer Ikone 911 ausgerechnet diesen beiden Modellen verdanken müsste. Aber genau so war es – ohne 944 und 924 gäbe es wohl heute kein Porsche mehr.

Modellvarianten 944

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