914 Porsche

914

Technische Daten

Hersteller Porsche

In der zweiten Hälfte der 60er-Jahre suchte VW nach einem sportlichen Modell als Nachfolger des auf dem Käfer basierenden und damit als technisch veraltet geltenden Karmann-Ghia. Porsche fehlte ein preiswertes Einstiegsmodell, da 1965 der 356 eingestellt wurde und sich der 912 – ein abgespeckter 911er mit dem 90 PS 4-Zylinder des 356 C – gegenüber der Konkurrenz nicht behaupten konnte.

Ferry Porsche und der mit der Porsche-Familie eng verbundene VW-Chef Heinrich Nordhoff vereinbarten per Handschlag, dass Porsche sich mit seinem Sportwagen-Know-how an der Entwicklung eines gemeinsamen Modells beteiligt, das allerdings separat als VW-Variante und als Porsche-Fahrzeug vertrieben werden sollte. VW würde über einen hohen Absatz für geringe Fertigungskosten sorgen, Porsche sollte über die damit erreichbaren geringen Stückkosten für die Entwicklungsarbeit entlohnt werden. Die Fertigung der Karosserien sollte bei Karmann erfolgen.

Nordhoff verstarb allerdings kurz nach der Vorstellung des 914-Prototyps am 01.03.1968. Sein Nachfolger bei VW, Kurt Lotz, war nicht mit der Porsche-Dynastie verbandelt und soll die mündliche Vereinbarung zwischen Nordhoff und Ferry Porsche nicht anerkannt haben. Er soll der Ansicht gewesen sein, VW habe alle Rechte an der Karosserie, weshalb Porsche sie allenfalls gegen Beteiligung an den Werkzeugkosten erhalten würde. Das Preis- und Vermarktungskonzept war damit bereits vor Beginn der Produktion gescheitert. Als Kompromiss gründeten VW und Porsche Anfang 1969 für Marketing und Vertrieb des 914 die “VW-Porsche Vertriebsgesellschaft GmbH”.

Der Porsche 914 spaltete die Automobilisten in zwei Lager – zu revolutionär, zu schräg, zu anders war dieses neue Auto. Kompromisslos modern in Design und Konzeption (der reine 2-Sitzer verfügt über einen echten Mittelmotor und 2 Kofferräume) konnten sich nur wirklich Fortschrittliche begeistern. Die anderen schüttelten nur fassungslos den Kopf oder spotteten. Schnell wurde die Koproduktion als “Volks-Porsche” oder gar als “VoPo” bezeichnet.

Dabei war der VW-Porsche ein durchaus vernünftiger Revoluzzer. Das Prinzip des Mittelmotors – auf der Rennpiste der Weisheit letzter Schluss – konnte im Serien-sportwagen nicht grundverkehrt sein. Dazu kam die Verwendung bewährter Groß-serientechnik. So stammt der kleine Motor vom VW 411, dem „Nasenbären“, und leistet bei 1,7 Liter Hubraum 80 PS. Die stärkere Variante erhielt einen entschärften 6-Zylinder-Motor vom 911er mit 110 PS, die das Leichtgewicht zu einem echten Geschoss machten.

„Vom Käfer die Natur, vom Porsche die Figur“ – dieser Reim war nicht zwangsläufig abfällig gemeint. Und so fand er seine Freunde, schließlich hatte er ja seine Qualitäten. Das Fahrverhalten war auf Grund des Mittelmotor-Prinzips und des niedrigen Schwerpunktes schlichtweg genial, Leistung und Gewicht standen in einem anständigen Verhältnis, ebenso wie das Preis-Leistungs-Verhältnis, v.a. beim günstigen VW-4-Zylinder. Mit seinem Targadach, das im hinteren Kofferraum verstaut werden kann, sprach er auch Cabrio-Fans an.

Die Bezeichnung und Zugehörigkeit erfolgten übrigens streng getrennt: der 4-Zylinder (914/4) blieb der VW, der 6-Zylinder (914/6) war von Porsche. Aber Porsche konnte sich nicht recht anfreunden mit dem Bastard, nur 3.332 Exemplare entstanden, begehrte Klassiker also. Zum Vergleich: vom VW-Porsche entstanden immerhin 115.646 Stück.

Leider begann das Projekt unter den oben erwähnten unglücklichen Umständen, so dass die Herstellergemeinschaft die Modellpflege nicht besonders ernst nahm. Am Horizont tauchte bereits ein neuer Versuch auf – der Porsche 924, der technisch weitaus moderner war und zudem das Marktsegment der Familien-Coupé’s bediente.
So wurde die Produktion nach knapp 120.000 Stück eingestellt.

Modellvarianten 914

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