356 Porsche

356

Technische Daten

Hersteller Porsche

Porsche 356

Mit dem Ende des II. Weltkriegs waren die meisten Verkehrswege zerstört und Fabrikationsstätten lagen in Schutt und Asche. Wer kam unter diesen Bedingungen auf die aberwitzige Idee, einen Sportwagen bauen zu wollen?
Ferry Porsche, Sohn des Volkswagen -Entwicklers Ferdinand Porsche und nun Leiter des gleichnamigen Konstruktionsbüros , wollte nach all den langjährigen Planungen für den Volkswagen endlich einen Sportwagen haben. Aber der Markt hatte solch ein Fahrzeug nicht zu bieten, er beschloss also, selbst einen zu bauen.
Die Firma Porsche hatte sich ins österreichische Gmünd begeben müssen, da die Stuttgarter Büros durch amerikanische Besatzungsmächte requiriert worden waren.
Mit dem 356. Konstruktionsplans der Firma Porsche entstand ein leichter, offener Mittelmotorsportwagen, der konsequent Teile des ebenfalls von der Firma Porsche entwickelten Volkswagens nutzte und sie mit den Erfahrungen beim Bau des Berlin-Rom-Wagens verband. Die leichte Aluminium-Karosserie wurde von Erwin Komenda gestaltet, der auch schon dem Käfer seine endgültige Form gegeben hatte. Der entstandene Wagen ging als Typ 1 und Vorläufer des 356 in die Geschichte ein, aber seine Konstruktion bedurfte einiger Vereinfachung um für eine Massenfertigung geeignet zu sein.
Der Motor saß nun wie im Käfer im Wagenheck.
Nicht verzichtet wurde auf die, von Ferdinand Porsche entwickelte Kurbellenkerachse, an den Vorderrädern, die er schon 1934 für den Auto-Union Rennwagen Typ A konzipiert hatte. Die angetriebene Hinterachse war an querliegenden Drehstabfedern aufgehängt, die Ferdinand Porsche 1931 erfunden hatte.
50 Exemplare mit Aluminiumkarosserie entstanden in Handarbeit unter schwierigsten Bedingungen, denn Rohstoffe waren knapp und Porsche stand immer noch unter kritischer Beobachtung der Besatzungsmächte. Auch das Presse-Echo zur Präsentation des 356 auf dem Genfer Automobilsalon 1949 fiel sehr zurückhaltend aus, die Ähnlichkeiten des Sportwagens zu seinem bürgerlichen Cousin schienen eklatant und der dafür aufgerufene Preis überteuert. Die Familie Porsche erwog sogar den Ausstieg aus der Automobilproduktion.
In dieser kritischen Phase gelang Ferry Porsche eine grandiose Vereinbahrung mit Heinrich Nordhoff , dem Leiter des Volkswagen-Konzerns. Der Firma Porsche wurden darin Tantiemen für die Lizenzfertigung des Volkswagens zugesagt, die Lieferung von technischen Baugruppen wurde vereinbart und eine Generalvertretung für Volkswagen in Österreich bescherte zusätzliche Einnahmen. Mit diesem warmen Rückenwind und der Rückkehr nach Zuffenhausen, der Übernahme des Karosseriewerks Reutter und der Übergang zu einer Stahlkarosserie, setzte dann endlich der Erfolg des 356 ein.
Im Jahr 1951 waren mehr als 1000 Wagen gefertigt worden. Schon damals konnte sich Porsche die USA als wichtigen Absatzmarkt sichern und der 356 war lange die Sportwagentraum amerikanischer Autofahrer, obwohl er von seiner leichten Struktur, seinem absurd kleinem Motor und dem nicht unbescheidenen Kaufpreis kaum in den amerikanischen Markt zu passen schien. Im Gegensatz zur großvolumigen Konkurrenz brachte der 356 und sein fehlerverzeihendes Fahrwerk die Freude an der schnell gefahrenen Kurve zur Geltung.
Der Porsche entstand anders als sein massengefertigter, Wolfsburger Bruder in liebevoller Handarbeit unter Wahrung höchster Präzision. Bis in die Mitte der fünfziger Jahre oblag es der Verantwortung nur eines Monteurs, den Motor eines 356 zusammenzusetzen und sein Werk mit seinen Initialen zu signieren; einem Brauch von dem man mit dem Aufstocken der Fertigungskapazitäten Abschied nehmen musste. Diese waren durch stetig steigende Absatzzahlen und mehrmonatige Lieferfristen erzwungen worden.
Zahlreiche sportliche Erfolge, auch im internationalen Renngeschehen und stete Entwicklung sowie mehrmalige Leistungsspritzen für die kleinen Boxermotoren sicherten immer wieder erneut die Attraktivität des Porsches. Der 356 scharte wie kein anderes Fahrzeug seinen Fahrerkreis um sich, man grüßte sich per Handzeichen und Lichthupe. Bis 1965 währte die Karriere des 356 im Hause Porsche, schon 1964 erschien sein Nachfolger 911 mit einem Sechszylindermotor im Heck und damit waren die Tage des vierzylindrigen 356 gezählt.

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