GTO Pontiac

GTO

Technische Daten

Hersteller Pontiac

GTO bedeutet „Gran Turismo Omologato“. Diese drei magischen Buchstaben beziehen sich direkt auf den fabelhaften Ferrari 250GTO, der in den frühen Sechzigern die GT-Rennen dominierte. GM gedachte, die Strahlkraft dieser Buchstabenkombination zu nutzen: 1964 konnte man den Pontiac Tempest Le Mans in GTO -Ausstattung erhalten. Pontiac war zu jener Zeit der erste Autohersteller, der abgespeckte Drag Racing-Autos ab Werk anbot; GTO bezeichnete ein rennfertiges Coupé. Für dessen Entwicklung war John DeLorean verantwortlich, damals Chefingenieur bei Pontiac. Ausgestattet mit Pontiacs grösstem Antriebsaggregat, dem neuen 389 cui-V8 mit 325 SAE -PS, Sportfahrwerk und optionalem Schaltgetriebe verkaufte sich dieser Factory Racer erstaunlich gut. Doch Pontiac brauchte noch zwei Jahre, um mit dem von DeLorean neu designten 66er GTO ein eigenständiges Muscle Car auf die Räder zu stellen. Der offiziell nun als GTO erhältliche Renner mit seinem neuen Coke-Bottle-Design wurde ein voller Erfolg. Kein Wunder, schaffte der GTO im Serienzustand die Viertelmeile doch in verkaufsfördernden 15,4 Sekunden. Erreicht wurde das durch den hochverdichteten Big Block, der auf Wunsch mit einer Dreifach-Vergaseranlage, genannt „Tri-Power“, und mit Schaltgetriebe lieferbar war. Die Leistung lag nun bei 360 SAE -PS. Aggressive Werbe- und Marketingmaßnahmen mit dem „GeeTO Tiger“ beschleunigten zusätzlich den Absatz. Das 1967er Modell kam mit nur leicht verändertem Frontgrill, dafür aber mit einem 400 cui-Motor mit der gleichen Leistung und dem neuen Turbo Hydramatic-Getriebe in die Verkaufsräume. Ein weiteres Jahr später brachte Pontiac ein völlig neues Karosseriedesign. Die Linie der zweiten Generation wurde gestreckter, der Radstand verkleinert, integrierte Stossstangen in Wagenfarbe rahmten versenkbare Frontscheinwerfer ein. Die Motorisierung blieb unverändert, nur konnten die Motoren jetzt durch zwei statt einer Ram Air-Hutze atmen. Die Zeitschrift Motor Trend wählte den 68er GTO natürlich zum Auto des Jahres. Das 69er Modell brachte nur kleine optische Veränderungen. Neu war das spektakuläre vollausgestattete und leuchtend orange lackierte Sondermodell „The Judge“, das Pontiac mit dem Werbeslogan „Born Great“ unters PS-hungrige Volk brachte. Das mit dem bewährten 400er Motor und Ram Air ausgestattete Muscle Car leistete jetzt echte 370 PS, gut für eine Zeit von 13,9 auf der wichtigen Viertelmeile. Für den 70er GTO hatte DeLorean ein Redesign vorgenommen. Eine klarere Karosserielinie, geänderte Front und schmalere Rücklampen waren die auffälligsten Merkmale. Unauffällig schlich sich auch ein Motor mit 455 cui und neuen Zylinderköpfen unter die Ram Air-Haube. Diese Variante gab es auch im nachfolgenden Jahr, bevor die Bezeichnung GTO im Modelljahr 1972 wieder in den Hintergrund rückte und ein Ausstattungsvariante wurde. Verantwortlich dafür waren neue Umweltverordnungen und die Autoversicherer, die gegen das PS-Wettrüsten kämpften. Der Name „The Judge“ verschwand von den Coupés und die weiter erhältlichen Big Blocks wurden durch reduzierte Verdichtung gezähmt. Pontiac brachte den GTO zwar noch bis 1974 mit abgeändeter Karosserie und schwächelnden Motoren auf den Markt, die Ära der Muscle Cars war jedoch vorbei. Pontiac produzierte mehr als 500.000 Exemplare in elf Jahren, der GTO gilt heute zu Recht als das erste amerikanische Muscle Car.