58L '58 Packard

58L '58

Technische Daten

Hersteller Packard

1958 war das letzte Produktionsjahr von Packard. Nach dem Zusammenbruch der Studebaker-Packard Corp. und deren Übernahme durch den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Curtiss-Wright waren Packards Produktionsanlagen in Detroit geschlossen worden. Bereits die 57er Packards basierten auf dem Studebaker President Classic respektive dem Hawk.

Das neue Management war an Packard nicht interessiert. Kaufentscheidend dürften in erster Linie Steuerabschreibungen sowie eine kleine aber lästige Konkurrenz im Rüstungsbereich gewesen sein. Packard hatte ua ein eigenes Düsentriebwerk für Kampfflugzeuge entwickelt.

Die Studebaker-Geschäftsleitung konnte ihrerseits mit der Marke auch nichts anfangen. Um eine neue Prestige-Reihe aufzugleisen fehlten die Mittel (und das Interesse) und das aktuelle Packard-Segment konnte auch mit dem President und dem Golden Hawk abgedeckt werden.

Das leicht erweiterte Verkaufsprogramm der nach Studebaker-System 58L genannten Packard-Baureihe bestand nun aus vier (Vorjahr zwei) Modellen:

58-J8 Sedan
58-P8 Station Wagon
58LS-K9 Coupé, 2door-Hardtop
58-Y8 Hawk Coupé

Die Traditionsbezeichnung “Clipper, im Vorjahr noch verwendet samt den entsprechenden Logos, entfiel ebenso wie die Bezeichnung “Town Sedan“ und „Country Sedan“ für Sedan und Station Wagon.

Hardtop Coupé und Hawk waren neu. Die Preise lagen zwischen 3212 $ für den Sedan und 3995 $ für den Hawk. Interessanterweise stehen Sedan und Hawk auf einem längeren Chassis mit 120,5 Zoll Radstand, die beiden anderen weisen ein etwas kürzeres von 116,5 Zoll auf.

Die Mittel waren so knapp, dass nicht einmal Werkzeuge für ein Facelift zur Verfügung standen. Man behalf sich mit Kunststoff-Anbauteilen für die Front, die Scheinwerferpodeste und die neuen Heckflossen, welche einfach auf die alten Kotflügel aufgesetzt wurden – und schrieb damit ganz unabsichtlich Automobilgeschichte. Welcher Hersteller kommt heute schon ohne Plastik-Anbauteile aus?.

Technisch blieben die 58er Packard unverändert. Alle wurden wiederum vom Studebaker-V8 mit 289 cui angetrieben. Einige Quellen weisen auch wieder den McCullough-Zentrifugalkompressor für die ganze Modellreihe aus, doch dürfte nur der Hawk wirklich damit ausgestattet worden sein. In dieser Ausführung leistete er immer noch 275 HP.

Nur 2622 Packards wurden im letzten Produktionsjahr gebaut. Mit 127 Stück ist der Station Wagon der seltenste.

Ein Kuriosum sind die Schlusslichter (nicht beim Hawk). Packard hatte sie für den 56er Clipper entworfen und Studebaker hatte sie 1957 in die neuen Modelle integriert als Identifzierungsmerkmal. Für 1958 passten sie somit auch wieder: Ausgerechnet jenes Teil, das in der US-Industrie besonders gerne von Jahr zu Jahr modifiziert wurde, war nun im 3. Produktionsjahr…

weitere Packard Modelle