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Oldsmobile

Oldsmobile

Ransom Eli Olds der die Firma Oldsmobile bereits im Jahre 1897 gründete, war der erste amerikanische Automobilhersteller, der es noch vor Henry Ford schaffte, einen Wagentyp erfolgreich in Großserie zu produzieren. Der neuartige „Curved Dash“, war ein offener Zweisitzer mit 1,6 Liter-Motor und einer Höchstgeschwindigkeit von 35 Km/h. Zum späten Ende des 19ten Jahrhunderts, stellten Automobile eine absolute Sensation dar. Menschen drehten verdutzt ihre Köpfe, wenn diese neuartigen Kraftwagen ohne ein einziges Pferd im Gespann, vorbei brausten. Bis 1904 konnte Oldsmobile rund 5000 Exemplare des Curved Dash verkaufen.

Fünf Jahre später gehörte Oldsmobile zu den Gründungsmitgliedern des General Motors Konzerns und sollte bis ins Jahr 2004 rund 32 Millionen Fahrzeuge produzieren. Abgesehen von wenigen Ausnahmen in den 50er und 60er Jahren, zeichneten sich Oldsmobile-Fahrzeuge weniger durch stilistische Exzesse aus: die Firma blieb ihrer Linie treu und baute konventionelle Alltagsautos.

Als Highlight in der Markengeschichte muss wohl der zum Modelljahr 1966 vorgestellte Toronado gelten. Er war als Fronttriebler und mit zahlreichen technischen Features eines der modernsten Autos seiner Zeit. Auch das Design war sehr untypisch. Die sportliche und (wenn man mal von den Dimensionen absieht) fast italienische Formgebung ohne Ornamente, die flache Front mit Klappscheinwerfern oder die Unterteilung der Seitenfallung mit einer Linie, die heute noch als “Toronadolinie” den Designern als Leitfaden dient, war damals revolutionär. Das Toronadodesign hatte auch Einfluss auf einige andere in dieser Zeit entwickelte GM-Modelle, war aber leider ein “One-Hit-Wonder”: nachher kamen keine solch herausragenden Autos mehr von Oldsmobile, und man kehrte von wenigen Ausnahmen abgesehen, zur Hausmannskost zurück. Die Weiterentwicklungen des Toronado in den frühen 70ern büßten die Eigenwilligkeit und Strahlkraft des Urentwurfs ein

Preislich bildete Oldsmobile unter den Konzernbrüdern Cadillac, Buick, Pontiac und Chevrolet, das Mittelfeld. Es sollte jedoch gerade diese verlässliche Linie sein, die Oldsmobile nach über einhundert Jahren zum Verhängnis werden sollte: die sonst so beständigen Verkaufszahlen stagnierten in den 90er Jahren. Cadilliac und Buick waren luxuriöser – Pontiac und Chevrolet emotioneller. Oldsmobile konnte hingegen mit seinen Modellen immer weniger Kunden locken und wurde zunehmend unprofitabel: also beschloss General Motors, die Produktion aller Fahrzeugreihen im April 2004 einzustellen. Die letzten 500 Fahrzeuge der Modellreihen: Bravada, Aurora, Intrigue, Silhouette und Alero erhielten den Schriftzug „Final 500“, als Tribut an eine weit zurückreichende Firmengeschichte. In einigen Jahrzehnten dürften diese Abschiedsmodelle begehrte Raritäten sein.