Oldtimer-Lexikon » Marken »

OSI

OSI

Die Firma OSI (Officine Stampaggi Industriali) war eigentlich ein Automobilzulieferer. Man fertigte Prototypen und Sonderkarossen für verschiedene italienische Hersteller. Ausserdem baute man in Kleinstserie eigene Fahrzeuge, wobei immer Technik von anderen Herstellern verwendet wurde. Viele Anbauteile, wie auch die Farben, wurden ebenfalls bei anderen Herstellern eingekauft.In nennenswerter Stückzahl sind drei Fahrzeuge bei OSI gebaut worden: OSI St. Tropez 1200 mit FIAT Millecento – Technik (105 Stück), OSI 2600 auf Basis des Alfa Romeo 2600 (54 Stück) sowie OSI 20M TS (ca. 2.200 Stück). Kein Ford, aber von Ford verkauft

In den Jahren 1965 und 1966 entstanden verschiedene Varianten dieses später als FORD OSI bekannt gewordenen Fahrzeuges. Es handelte sich um eine Entwicklung von OSI , an der FORD nicht beteiligt war. Das fertige Fahrzeug wurde dann als FORD vorgestellt. Nach einer Präsentation auf verschiedenen Messen in Italien und der Schweiz entschied FORD dann, daß man das Fahrzeug über die FORD -Händlerschaft vertreiben und auch warten wollte. Fahrzeughersteller blieb aber OSI und nicht FORD , so wurde es auch in die Kfz-Briefe eingetragen. Die Autos wurden bei OSI von Hand zusammengeschweißt. Von Rostschutz etc. hatte man noch etwas gehört. Es gab wenige gleiche Serienteile. Sogar die inneren Türverkleidungen wurden auf das jeweilige Fahrzeug paßgenau angefertigt und mit der Fahrgestellnummer versehen, da sie eigentlich nur in dieses eine Fahrzeug wirklich paßten. Es gibt kaum eine OSI–Tür, die man in einen anderen OSI ohne Probleme einbauen könnte. Die Maße der Türen z.B. differierten um bis zu 2 cm. Ruin durch Erfolg Der Erfolg des “FORD OSI” brachte OSI dann sehr schnell den Ruin. Man war auf die guten Verkaufszahlen einfach nicht vorbereitet. Die Nachfrage wurde so groß, daß die Fertigung, die Teilebeschaffung etc. nicht mithalten konnten. Die Liquidität des Unternehmens wurden von Materialbeschaffung und dem Versuch einer Produktions-Modernisierung aufgezehrt und letztendlich blieb nur die Insolvenz. FORD übernahm nach der OSI -Pleite das gesamte Teilelager und stationierte dieses in Saarlouis. Dort wurden alle Ersatzteile dann bei einem Großbrand Anfang der 70er Jahre vernichtet. Seitdem war kein einziges originales Ersatzteile mehr zu beziehen. Insgesamt wurden knapp 2.200 “FORD OSI” gebaut. Erhalten sind heute noch etwa 200 Fahrzeuge. In Deutschland dürften so etwa 75 Stück existieren, davon ist ca. die Hälfte angemeldet. Nur dem Enthusiasmus von Liebhabern und verschiedenen, privat finanzierten Teile-Nachbauaktionen ist es zu verdanken, daß heute noch eine Reihe dieser wunderschönen Fahrzeuge existieren.

OSI Modelle