Minor Morris

Minor

Technische Daten

Hersteller Morris

Auch in merry-old-england bestand nach Ende des Zweiten Weltkriegs der Bedarf an neuen Wagen zur Massenmotorisierung, auch hier sollte die altbackene und schwergewichtige Leiterrahmen-Ära überwunden werden. Wie gut, dass man bei Morris schon 1943 um den fähigen Ingenieur Alec Issigonis ein Team geschart hatte, um solch ein Fahrzeug zu entwickeln.
Der 1948 präsentierte Morris Minor, der ursprünglich Mosquito heißen sollte und damit an ein erfolgreiches britisches Kriegsflugzeug erinnerte, verabreichte dann aber doch nur einen sanften Schock der Moderne. Abgesehen von der selbsttragenden Karosserie und einer vorderen Einzelradaufhängung an Torsionsstabfedern verbarg die Gestaltung à l’americaine wenig echte Neuheiten.
Aus Geldmangel musste man sich mit den Motoren des gleichnamigen Vorgängers, einem seitengesteuerten Reihenvierzylinder begnügen, der aus 918 ccm 27,5 PS presste. Diese wurden an eine klassische, an Blattfedern geführte hintere Starrachse weitergereicht. Knapp 100 km/h lief der kleine Wagen.
Kurz vor Anlauf der Produktion wähnte Issigonis diesen aber als zu schmal, kurzfristig wurde eine Verbreiterung des Wagens angeordnet. Die bereits produzierten Stoßstangen der ersten Serien waren deshalb zweigeteilt, man hatte sie einfach in der Mitte auseinander geschnitten um sie der neuen Breite anzupassen. Obwohl der Minor zusammen mit dem Jaguar XK 120 der Star der London Motor Show von 1948 war, wollte sich der Firmenchef, William Morris, nicht mit dem, seiner Meinung nach hässlichen, Wagen ablichten lassen. Doch weder die Presse noch die Kunden teilten diese Meinung. Auch wußten sein komfortables und sicheres Fahrwerk und seine Lenkung zu überzeugen.
Mit einem Exportanteil von 70%, der vor allem in die ehemaligen Kolonien des britischen Empires erfolgte, erfreute sich der Minor weltweiter Verbreitung. Einzig auf den kontinentaleuropäischen Märkten konnte der kleine Brite nur wenige Käufer finden und blieb hier lange relativ unbekannt.
Viele Verbesserungen wurden dem Minor im Laufe seiner langen Fertigungsdauer zuteil, modernere und stärkere Motoren wurden durch den Zusammenschluss mit MG verfügbar. Die Scheinwerfer mussten ihren angestammten Platz am unteren Ende der Kotflügel gegen eine höhere Position tauschen, um amerikanischen Zulassungsbestimmungen zu entsprechen und sowohl ein Cabrio als auch ein eine Lieferwagen-Variante mit Eschenholzrahmen erschlossen weitere Käuferschichten.
1971 endete die Fertigung des Minor, sein Nachfolger Marina erbte fast seine gesamte robuste Mechanik.

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