BiTurbo Maserati

BiTurbo

Technische Daten

Hersteller Maserati
Baujahr 1983 - 1989

Mit dem BiTurbo aus der Krise, das war der Plan des argentinischen Automobilverrückten Alessandro DeTomaso , dem Maserati seit 1975 gehörte.
Die italienische Marke hatte zwar ein immenses Renommee unter Liebhabern, aber zu Wenige konnten sich die italienischen Sportwagen wirklich leisten. Der Absatz stockte und die Zukunft war ungewiss. Mit einem Modell für den anspruchsvollen Sportfahrer zum halben Preis der exklusiveren Modelle; mit einem erschwinglichen, kleinvolumigen Motor, der trotzdem über genug Leistung verfügte und einer klassischen Karosserie, die nicht vor dem Transport einer Familie kapitulierte, sollte der drohende Konkurs abgewendet werden können.
1981 wurde die gelungene Umsetzung der Pläne zum 67. Jahrestag der Firmengründung präsentiert. Der BiTurbo war eine Abkehr von der bisherigen Firmenphilosophie des Non-Plus-Ultra, schon sein Name brachte das deutlich zum Ausdruck, kein Wind stand diesmal Pate. Die Wahl eines Motors mit weniger als zwei Litern Hubraum ersparte italienischen Kunden 38 Prozent Luxussteuer, der Einsatz von zwei Turboladern half den Mangel an Hubraum zu kompensieren. Auch eine nutzbare Rückbank war für einen zweitürigen Maserati bislang ungewohnt, ein regelrechter Kofferraum setzte dem ganzen die Krone auf.
Der BiTurbo sorgte zunächst für volle Auftragsbücher bei Maserati, der Plan von DeTomaso schien aufzugehen. Doch um den BiTurbo gab es wegen seines vergleichsweise günstigen Preises ein verhängnisvolles Missverständnis. Denn die meisten neuen Kunden von Maserati meinten ein Fahrzeug erworben zu haben, das entsprechend seiner Preisklasse robust, alltagstauglich und langlebig wie seine Konkurrenten sei. Sie hatten nicht realisiert, dass sie ein hochgezüchtetes Sportgerät aus namhaftem Stall mit entsprechenden Bedürfnissen erworben hatten.
Dauerhafte Freude bereitete der BiTurbo nämlich nur bei peinlichst genauer Einhaltung der Wartungsintervalle, die Zahnriemen sollten alle 40.000 km gewechselt werden, auch ein fristgerechter Ölwechsel war entscheidend. Am Besten sollte die Wartung den qualifizierten Händen eines Mechanikers einer Maserati-Werkstatt anvertraut werden, die auch über die essentiellen Informationen zur Behebung der zahlreichen Kinderkrankheiten des BiTurbos verfügten. Das kostete natürlich eine Stange Geld – mehr als es bei der Konkurrenz. Viele Eigner verzichteten deshalb auf die teuren Besuche bei der Vertragswerkstatt. Die Folge der Sparsamkeit waren auftretende Mängel, schnell erwarb sich daher der BiTurbo den Ruf der Unzuverlässigkeit.
Über den schlechten Ruf wurden leicht die herausragenden Qualitäten des kleinen Maserati vergessen, der vor allem mit der ursprünglichen Vergaser-Bestückung einen animalischen Motorensound mit ausgezeichneter Straßenhaftung zu einem beeindruckenden Fahrerlebnis der ungefilterten Sorte verband. Hier wurden noch echte Emotionen beim Fahren entfesselt, unter dem Mantel der dezenten Karosserie lauerte spektakuläres Sportwagen-Feeling. Glücklicherweise fanden sich trotz des angekratzten Images noch genügend Käufer und halfen dem Unternehmen Maserati mit circa 9.000 gebauten Fahrzeugen beim Kampf ums Überleben.

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