Alexander Lloyd

Alexander

Technische Daten

Hersteller Lloyd

Die weit verzweigte Borgward-Gruppe hatte mit Lloyd einen der maßgeblichen Kleinwagenproduzenten Deutschlands an Bord, der mit dem anhaltenden Erfolg seiner LP-Modelle für das wirtschaftliche Überleben der ganzen Gruppe von entscheidender Bedeutung war. Doch anhaltender Erfolg kann nur mit der Anpassung an die Markterfordernisse erzielt werden. Als die Fünfziger zu Ende gingen, wollte der Markt keine Zweitaktmotoren mehr,. In einer groß angelegten Kundenbefragung erhielten 40.000 Lloydfahrer die Möglichkeit, über die Ausstattung des neuen Alexander zu entscheiden. Den meisten war die Installation eines Aschenbechers am wichtigsten, dennoch wurde deutlich, dass dem Viertakter die Zukunft gehörte. 1957 stellte man den Nachfolger der LP-Modelle vor, den Alexander. Die Begeisterung war groß: endlich ein Auto mit einem richtigen Viertaktmotor, wenn auch nur mit zwei Zylindern, endlich ein Auto mit einem Kofferraum, den man von außen öffnen kann, dazu eine Karosserie ganz aus Stahlblech. Auf Wunsch konnte sogar ein synchronisiertes Vierganggetriebe geordert werden. Zwar war der Wagen nicht unbedingt ein Sonderangebot, aber trotz seiner kompakten Außenmaße bot er fast soviel Platz wie ein Mittelklasse-Modell. Dem Staat wurde nicht viel Steuer zuteil, da der Motor nur 0,6 Liter Hubraum hatte. Die Lenkradschaltung sorgte zunächst für etwas Kopfzerbrechen, hat sie doch ein eher ungewöhnliches Schaltschema und verlangt viel Aufmerksamkeit – der erste Gang liegt unten hinten, der zweite oben hinten. In einem Test von Auto Motor&Sport resümierten die Tester: „Obwohl sich das Getriebe leicht schalten lässt und die Synchronisation, die übrigens sehr gescheit gemacht ist, tadellos arbeitet, wird die Freude an den vier Gängen durch die Ansprüche des Schaltvorgangs etwas überschattet.“ Die Verkaufszahlen entwickelten sich trotzdem gut und auch der Export florierte. Bei Rennveranstaltungen konnte Lloyd Siege in der Kleinwagenklasse feiern, man triumphierte unter anderem über BMW und NSU . Dem Triumph am Markt und auf der Rennstrecke bereiteten dann aber ganz andere Entwicklungen ein Ende, als nämlich die Borgward-Gruppe in Nordamerika von Ford und GM in die Zange genommen wurde, ihre Teilzahlungsbanken in den USA verlor und damit plötzlich ohne Händlernetz einen Absatzrückgang von mehreren tausend Fahrzeugen pro Jahr hinnehmen musste. In Deutschland geriet Borgward deshalb in Zahlungsnöte und der Bremer Senat bestellte Dr. Johannes Semler, seines Zeichens Aufsichtsratsvorsitzender von BMW zum Sanierer der Borgward-Gruppe. Dieser stellte 1961 die Produktion der Alexander-Modelle ein, BMW hatte einen Konkurrenten weniger. Für Carl F.W. Borgward, dem Lloyd nie viel bedeutet hatte, ging damit einer seiner Goldesel in den vorzeitigen Ruhestand – der Anfang vom Ende.

Modellvarianten Alexander

weitere Lloyd Modelle

  • Arabella

    Genie und Wahnsinn der Borgward-Gruppe zeigen sich im Motor der Arabella: Der Zweizylinder des ...