Espada Lamborghini

Espada

Technische Daten

Hersteller Lamborghini

Ferruccio Lamborghini hatte es tatsächlich geschafft und seinem Erzfeind Enzo Ferrari die Rücklichter gezeigt. Sein Miura war mehr als ein Achtungserfolg gewesen, es war der erste Supersportwagen mit Mittelmotor, noch dazu mit einem Gedicht von Motor mit zwölf Zylindern. Die Maschine war ursprünglich für den 350 GT von Giotto Bizzarrini konstruiert worden.
Hoch gelobt von Journalisten und mit konkurrenzlosen Fahrleistungen war die inzwischen auf vier Liter Hubraum angewachsene Einheit mit ihren doppelten, obenliegenden Nockenwellen und der dreifach Weber-Vergaseranlage den Nachbarn aus Maranello um Nasenlängen voraus. Dieses Kunstwerk der Motorenbaukunst fand von nun an Verwendung in allen neuen Lamborghinis, auch der Familien-Lambo Espada wurde mit ihm bestückt.
Zwar musste das V12-Aggregat hier ganz nach vorne rutschen, um möglichst viel Platz für Passagiere und Gepäck zu schaffen, aber auch über der Vorderachse zeigte es sich von seiner besten Seite. Dem Espada-Fahrer standen 20 PS weniger zur Verfügung als dem Miura-Piloten, aber bei verbliebenen 340 PS konnte von Leistungsmangel keine Rede sein. Die leichte Drosselung hatte den Manieren des Triebsatzes gut getan und auch die Federung zeigte Talent für komfortable Fortbewegung. Vorne sorgten doppelte Querlenker für die Radführung, hinten kam eine aufwändige DeDion-Achse zum Einsatz; unter Technikern gilt sie als die ideale Aufhängung für angetriebene Hinterachsen.
Der Espada verleugnete zwar nicht seine Herkunft aus sportlichem Hause, aber er verschonte seine Passagiere mit ausführlichen Straßenzustandsberichten. Und es durften sich immerhin noch drei weitere Gäste zum Fahrer gesellen, ihr Gepäck in einem großzügig verglasten Kofferraum verstauen, in bequemen Einzelsitzen Platz nehmen und dem faszinierenden Zwölfzylinder bei seinen gesitteten Arbeitsgeräuschen zuhören.
Die gelungene Kombination aus sportlichem Potenzial und Langstreckenkomfort verkaufte sich zwischen 1968 und 1978 über 1200 Mal und avancierte damit zum meistverkauften Lamborghini. Zum großen Erfolg des Espada trug nicht nur die wegweisende Gestaltung der sehr breiten und sehr flachen Karosserie von Marcello Gandini bei, sondern auch die bei Bertone erzielte Qualität der Fertigung des Karosseriekörpers. Bei der endgültigen Montage bei Lamborghini setzte man das Streben nach Fertigungsgüte fort und erreichte neue Maßstäbe für italienische Hersteller.
Mit dem Rückzug des Firmengründers 1972 vom operativen Geschäft und der Veräußerung seiner Geschäftsanteile begann der Stern in Sant Agata-Bolognese zu sinken, der sich abzeichnende Konkurs des Unternehmens zog auch den Espada 1978 mit sich in die Tiefe.

Modellvarianten Espada

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