Rapide Lagonda

Rapide

Technische Daten

Hersteller Lagonda

Die David Brown Group, dank reicher Einkünfte aus dem Traktorenbau mit dicken Finanzpolstern gesegnet, erwarb 1947 Aston Martin und kurz darauf die prestigereiche, aber kaum mehr lebendige Marke Lagonda .

Erst 1961 trug die Verschwisterung der Marken Früchte: die Luxuslimousine Rapide. Offensichtliche Gemeinsamkeit war der dohc-Reihensechszylinder, der vom Motor des Aston Martin DB4 abgeleitet war und 206 PS leistete (ab 1963 wurde diese Maschine in den DB5 eingebaut). Der Karosserieentwurf kam von der Carrozzeria Touring , ausgeführt in deren patentierter Superleggera-Technik: ein Gitterrohrrahmen mit Aluminiumbeplankung.

Eigentlich hätte das Auto ein Erfolg werden müssen: Man hatte eine von einem namhaften italienischen Karosseriebetrieb gestaltete Form, man verwendete hochklassige Technik aus dem Aston Martin-Fundus, ergänzt um eine hochwertige DeDion-Hinterachse , und man durfte sich (dank früherer Verkäufe an Prinz Philip) Lieferant für das britische Königshaus nennen.

Ein heroischer Untergang

Leider produzierte Lagonda, wie schon häufiger in seiner Geschichte, einen weiteren heroischen Untergang: Trotz des verschwenderischen Einsatzes von Leichtmetall geriet der Wagen mit 1715 kg viel zu schwer; angemessene Fahrleistungen konnte man mit diesem Motor nicht hinbekommen; am schlimmsten wog aber die unausgewogene Karosseriegestaltung. Interessenten wussten die Front nicht recht einzuordnen, die an die leichten und schnellen Alfas der Zeit erinnert – manche meinten gar, Stylingelemente des kurz zuvor katastrophal gefloppten Edsel zu erkennen. Die kleinen Heckflossen waren längst nicht mehr up to date und auch die Form der schräg gestellten Scheinwerfer war eine Spur zu neureich für die angepeilte Zielgruppe. Das konnte selbst die wirklich umfangreiche, geschmacksichere Inneneinrichtung aus feinstem Leder und poliertem Wurzelholz nicht mehr herausreißen.

Der Wagen wurde nur 55-mal gebaut; immerhin haben die meisten Exemplare überlebt. Der ausbleibende Erfolg des Rapide frustrierte David Brown nachhaltig. Er ließ die Marke Lagonda mitsamt Auto 1964 leise in der Versenkung verschwinden. Erst 1974 gab es wieder einen Lagonda, allerdings nicht mehr als Markennamen – aber auch der blieb eine Kuriosität.

Modellvarianten Rapide

weitere Lagonda Modelle