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Horch

Horch

August Horch, der Gründer und Namensgeber der Firma wurde 1868 in Winningen an der Mosel geboren. Er erlernte das Schmiedehandwerk und war ein begabter Bastler. Als 13-jähriger baute er sich ein dreirädriges Fahrrad. Nach Gesellenwanderschaft besuchte er das Technikum in Mittweida und schloss es mit der Note “Gut” als Maschinenbau-Ingenieur ab.

1896 ging er zu Carl Benz und lernte dort Motoren zu bauen. Dieser war seinen Ideen zur Verbesserung von Motoren jedoch nicht aufgeschlossen. So beschloss Horch eigene Wege zu gehen und sich selbständig zu machen.
Dies tat er im Jahre 1899 in Köln, als er zunächst Motorwagen in einem ehemaligen Pferdestall reparierte und verbesserte. Hier entstand sein erster 2-Zylinder-Wagen. Die Produktion war zunächst klein. Um diese auszubauen benötigte er Finanzmittel. Diese fand er bei einem Kapitalgeber in Plauen, worauf Horch seine Firma ebenfalls ins Vogtland, nach Reichenberg, verlegte. In einer ehemaligen Spinnerei kam die Firma 1902 unter.

Hier baute er seinen Horch-Patent-Wagen, der statt des bisherigen Riemenantriebes über einen Kardanantrieb verfügte. Erste Modelle waren der Typ 10 – 12 PS und der 16 – 20 PS-Typ.

Und die Firma sollte weiter wachsen – und wieder wurde Geld gebraucht. Diesmal war es eine Investorengruppe aus Zwickau. Sie machte zur Bedingung, dass die Firma nach Zwickau übersiedelte. Es wurde eine AG gegründet, die industrielle Produktion startete.

Zunächst wurden 3 Grundtypen mit Kardanantrieb und ein weiterer mit Kettenantrieb gebaut.

Zunehmende Spannungen zwischen Kapitalgebern und A.Horch, der gern allein den Ton angab, führten zum Austritt Horchs aus der Firma im Jahre 1909.
Trotz seines Ausscheidens wurden seine 4 Wagentypen bis zum 1.Weltkrieg weiter gebaut. Während des Krieges baute man hauptsächlich LKW und Fahrzeuge für den Kriegsbedarf.

Nach dem 1.Weltkrieg verband man sich mit der Firma Argus aus Berlin, deren Direktor Dr. Strauss neuer Hauptaktionär wurde und die Führung übernahm. Der Verwaltungssitz wechselte 1918 nach Berlin. Einige Argus-Motorpatente flossen bei Horch ein.
In dieser Zeit wurde auch das neue Emblem mit dem H und der “Krone” darüber geboren.

1923 trat Paul Daimler (Sohn von Gottlieb Daimler) als Chefkonstrukteur bei Horch ein. Er konstruierte einen völlig neuen Motor, der für einige Jahre die Grundlage der Horchwagen werden sollte.
Die Karosserieformen der Horchwagen orientierten sich in diesen Jahren an Vorbildern in USA .

1932 schied Paul Daimler aus und Fritz Fiedler trat an seine Stelle. Er war der Mann, der – von Stoewer kommend – leichtere, modernere, kostengünstigere Autos bauen wollte. Seine Motoren waren deutlich kurzhubiger. Er war auch der Schöpfer der Horch-V-Motoren.
Das Glanzstück war der V12 mit 6 Ltr. Hubraum und einem V-Winkel von 60 Grad, ein Motor, der dank aufwändiger Technik extrem leise lief.

Erst nach 1931 baute Horch eigene Karosserien. Zuvor hatte man feste Lieferverträge mit Karosseriefirmen wie Gläser (Dresden) und Ambi-Budd(Berlin).
Horchwagen wurden bei vielen Schönheitswettbewerben europaweit prämiert.

In der Rangliste der Zulassungen war Horch in der Klasse der Luxuswagen von 1929 an führend vor Daimler-Benz. Auch im Export hatte Horch die Nase vorn.

Die Produktionskosten der Wagen waren jedoch immer sehr hoch, sodass die Erträge dünn blieben. Daher bestand ein ständiger Kapitalbedarf. Dies führte letzten Endes dazu, dass die Marke nur durch die Mitgründung der Auto-Union erhalten werden konnte.

Horch Modelle

  • 4/5PS

    Der Horch 4/5 PS ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h der langsamste Wagen im ...

  • 855


  • 853


  • 12


  • 25/60


  • 14/17PS